B-Movie

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Als B-Movie oder manchmal auch B-Picture wurden früher billigere Filmproduktionen für sogenannte Double-Features bezeichnet. Im Regelfall werden diese Filme als zweitklassig angesehen, da das geringere Budget zu einer niedrigeren künstlerischen Leistung führt. Die Filme sind in der Regel klare Low-Budget-Produktionen.

Diese Filme passen nicht die Kategorie des Essayfilms oder in die des Pornofilms. Die Blütezeit des B-Films war während des Golden Age von Hollywood. Der B-Movie umfasst zahlreiche Genres, war auch stilbildend zur Bildung eigener Genres wie dem Exploitationfilm, dem Trashfilm und dem Rape and Revenge Film.

Einige Studios konzentrierten sich hauptsächlich auf die Produktion von B-Movies wie American International Pictures. Für viele späteren Stars wie John Wayne oder Jack Nicholson waren diese Filme eine Visitenkarte für ihren Eintritt in die A-Filmproduktion. Für andere Stars wie Bela Lugosi und Pam Grier war der B-Film eine Möglichkeit im Geschäft zu bleiben.

Geschichte des B-Movies[Bearbeiten]

Die Wurzeln des B-Movies[Bearbeiten]

Hauptartikel: B-Movies (Hollywood Golden Age)

Der Ursprung des Begriffes B-Movies ist unklar, aber bereits in 1920er Jahren gab es Filme die nach einem ähnlichen Konzept wie der B-Film produziert wurde. Mit dem Ende des Stummfilms (1927–28) wurden die Produktionskosten je Film immer kostenspieliger. Um diesen Trend entgegen zu wirken, begannen die großen Filmstudios damit kostengünstigere Filme zu produzieren, die einen gewissen Gewinn versprachen. Auf diesen Zug sprangen auch kleinere Filmfirmen wie Film Booking Offices of America oder Poverty Row-Studios auf, die sich nur mit der B-Movie-Produktion beschäftigt haben. Daneben entstand auch der afroamerikanisch geprägte Race Movie.

Für die 1920er Jahre steht auch der B-Film That Certain Thing von Frank Capra, der mit einem Budget unterhalb von 20.000 US-Dollar produziert wurde. Während der 1930er Jahre war der B-Film eine schnelle Möglichkeit um Geld zu verdienen, dementsprechend stieg die Zahl der Studios, die neben den viel versprechenden Serials auch B-Movies produzierten. In den Filmen des Studios Lone Star Productions und in der The Three Mesquiteers-Reihe trat beispielsweise John Wayne auch als Singender Cowboy auf. Daneben sorgte auch Charlie Chan und die Ritz Brothers für Unterhaltung.

Während der 1940er Jahre tobt der Zweite Weltkrieg und die Filmproduktion wurde teurer. Aus diesem Grund waren 50 % der neuen Spielfilme B-Movies. Ein großer Überraschungshit des Jahres 1943 war der B-Film Hitler's Children von der Filmfirma RKO. Weitere B-Filmerfolge waren Katzenmenschen, Ich folgte einem Zombie und The Body Snatcher.

Übergang vom Kino- zum Fernsehfilm[Bearbeiten]

Hauptartikel: B-Movies in den 1950er Jahren

Im Jahr 1948 kam es zu einem großen Gerichtsprozess zwischen den Vereinigten Staaten und Paramount Pictures, bei dem es um die Kontrolle zahlreicher Kinosääle ging, die durch großen Filmstudios kontrolliert wurde. Sie mussten mit diesem Urteil ihre große Beteiligung am Kinogeschäft aufgeben.

Sie verlagerten teilweise die Filmproduktion auf das Fernsehen und verkauften alte Filmrechte an Fernsehsender. Daneben wurden weitere Kinokomödien wie die Ma and Pa Kettle-Reihe oder Science-Fiction-Filme wie Outrage produziert. Ein erfolgreicher Teeniefilm wurde mit dem Überraschungshit Der Tod hat schwarze Krallen veröffentlicht. Ed Wood gehörte später mit seinen Filmen während der 1950er Jahren zu den Königen des B-Films.

Daneben produzierten das Hammer-Studio und Roger Corman zahlreiche Erfolgsfilme des B-Movies und italenischen Filme wie Die unglaublichen Abenteuer des Herkules mit Steve Reeves sorgten für klingelnde Kassen. Einer der erfolgreichsten B-Movies aller Zeiten kam mit Godzilla aus Japan, für die amerikanische Version des Films wurden Szenen mit Raymond Burr hinzugefügt. Der Erfolg des Films sorgte dafür, das mehrere Monsterfilme produziert wurden.

Die 1960er Jahre[Bearbeiten]

Hauptartikel: B-Movies (Exploitation Boom)

Während der 1960er Jahre feierte der Exploitationfilm seinen großen Durchbruch. Das eigentliche Genre existiert seit den 1930er Jahren und wurde später durch den Einfluß des neuen Filmgeschmacks weiter ausgebaut und so entstanden Filme wie Motorpsycho oder Lorna. Sämtliche Filme hatten eine Laufzeit unterhalb von 80 Minuten und wurden innerhalb kürzester Zeit produziert.

Daneben produzierte Roger Corman auch einige Horrorfilme wie Dementia 13 oder Der Rabe – Duell der Zauberer, die sich vom Exploitationfilm etwas unterschieden haben. William Castle konnte mit dem Horrorfilm Rosemaries Baby zahlreiche Kinobesucher anlocken.

Der B-Movie wurde sexuell aktrativer und so produzierte unter anderem Ed Wood auch den Softcorefilm Orgy of the Death. Auch Filme wie The Trip oder Die wilden Engel gehören zu den bekannten B-Filmen der 1960er Jahre.

Die 1970er Jahre[Bearbeiten]

Hauptartikel: Midnight Movie

Die 1970er Jahre brachten unter anderem das neue Filmgenre des Blaxploitation hervor. Hier sorgten Filme wie Cotton Comes to Harlem, Foxy Brown oder Shaft für gute Umsatzzahlen an der Kinokasse. Daneben war der Frauengefängnisfilm ein Genre, dass seine Blütezeite erlebte.

In Asien wurden auch der Martial Arts-Film und Bruce Lee sehr populär und in Amerika eroberte Leatherface im The Texas Chain Saw Massacre und John Carpenters Halloween die Kinoleinwand im Sturm.

Die 1980er Jahre bis heute[Bearbeiten]

Hauptartikel: B-Movies von den 1980er Jahren bis heute

Der B-Film entwickelte sich weiter und so begann schließlich auch die Produktion für die Videokassette. Daneben gibt es immer wieder zahlreiche Filme die exklusiv fürs Kino produziert wurden.

Nebenbegriffe[Bearbeiten]

Der C-Film[Bearbeiten]

Der C-Film existiert eigentlich gar nicht, er wurde fürs Kabelfernsehen erfunden und bezeichnet Filme, die so billig gemacht sind, dass sie sogar unter die eines B-Films rutschen.

Trashfilm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Trashfilm

Als Trashfilme werden Filme bezeichnet, die so schlecht sind, dass sie eigentlich schon wieder gut sind. Der wichtigste Regisseur für den Trashfilm ist Ed Wood, der mit Filmen Glen or Glenda? (1953) und Plan 9 from Outer Space (1959) das Genre mitgeprägt hat.

Psychotronic Movie[Bearbeiten]

Der Begriff Psychotronic Movie wurde von Michael J. Weldon erfunden um für seinen Film The Psychotronic Man zu werben, aus diesem Begriff entstand das Psychotronic Video Magazin. Allerdings hat dieser Begriff keine große Bedeutung.

Weblinks[Bearbeiten]