Clara Bow

Clara Bow
Clara Bow auf einer Party

Clara Gordon Bow (* 29. Juli 1905 in Brooklyn; † 27. September 1965 in Los Angeles) war eine US-amerikanische Schauspielerin, die vor allem in den späten Stummfilmtagen zu Ruhm kam und als das erste It Girl gilt.

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LebenslaufBearbeiten

Clara Bows Namenszug als Werbung für den Film "It" in einem Kino in Kansas City 1927

Clara Gordon Bow wurde in einer Baptistenkirche geboren, den Prospect Heights, Brooklyn in der 697 Bergen Street.[1] Differenzen bestehen wegen ihres Geburtsjahres: Einige Vermutungen gehen davon aus, dass sie erst 1906 oder 1907 geboren sein könnte.[2][3] Jedoch gehen die meisten Quellen von 1905 aus.

Bows besass zwei Schwestern, die jedoch jeweils kurz nach der Geburt starben.[4] Ihre Mutter Sarah Frances Bow nahm mit der Schwangerschaft von Clara eine Risikoschwangerschaft in Kauf, obwohl ihr die Ärzte von der Geburt abrieten.[5] Über diese Risikobereitschaft sagte Clara Bow in einem Interview folgendes:

„I don't suppose two people ever looked death in the face more clearly than my mother and I the morning I was born. We were both given up, but somehow we struggled back to life.[6]

Auf Grund dessen, dass ihr Vater häufig den Job wechselte, wuchs Clara Bow in ihren frühen Kindheits- und Jugendjahren an sehr vielen unterschiedlichen Orten auf.[7]

Als 16-jährige musse Clara Bow miterleben, wie ihre Mutter einen Fenstersturz erlitt, sich dabei eine Kopfverletzung zu zog und bei der später auch eine Psychose durch eine Epilepsy festgestellt wurde.[8] Durch diesen Sturz veränderte sich der mütterliche Charakter und die Mutter soll versucht haben, ihre Tochter mit einem Küchenmesser umzubringen.[6] Am 5. Januar 1923 verstarb die Mutter 43-jährig an den Folgen einer Epilepsy.

Ihre Kindheit verbrachte sie häufig mit Jungen und einer ihrer engsten Freunde verbrannte aufgrund eines Unfalls. Ab 1919 besuchte sie die Bay Ridge High School for Girls. Dort interessierte sie sich vor allem für die sportlichen Aktivitäten und gewann 5 Mediallen "at the cinder tracks" und trainierte ihren Cousin Homer Baker einem nationalen Sporthelden.[9]

Ihren ersten Film drehte sie im Alter von siebzehn Jahren. Der Film wurde unter dem Titel Beyond the Rainbow veröffentlicht und erzählte die Geschichte eine Flapper-Girls der 1920er Jahre. 1922 spielte sie einen Schiffsjungen in dem Film Down to the Sea in Ships, der unter der Regie von Elmer Clifton entstand. Ursprünglich hielt er sie jedoch für zu alt und zu fett, doch brachte sie ihn zum lachen, was ihr dazu verhalf, dass sie die Rolle erhielt.[10]

1924 wurde sie unter die WAMPAS Baby Stars des Jahres gewählt und noch 1924 erhielt sie mit den Film Wine ihre erste Hauptrolle. Ihren Durchbruch zum Star hatte sie 1925 mit den Filmen The Plastic Age und Dancing Mothers, der sie neben Alice Joyce zeigte.

1927 wurde sie zum ersten It-Girl der Welt durch den Film Das gewisse Etwas, der unter dem Originaltitel It vermarktet wurde. Der Film wurde zum Kassenerfolg und so populär, dass er in den USA bis zum heutigen Tag bei attraktiven Frauen von einem It-Girl gesprochen wird. Es war die Verfilmung eines Romans der damals ungeheuer populären Schriftstellerin Elinor Glyn. Eine landesweite Publicityschlacht wurde von Paramount geschlagen, um genau die Schauspielerin zu finden, die It habe, das gewisse Etwas sozusagen. Miss Glyn persönlich wählte Clara Bow aus und deren Karriere schoss in ungeahnte Höhen. Die Presse berichtete zu der Zeit auch intensiv über Claras Liebesleben, das man durchaus als „turbulent“ bezeichnen konnte. Man sagte ihr z. B. gleichzeitige Affären nach, u. a. auch mit Persönlichkeiten wie Bela Lugosi, Gary Cooper, Victor Fleming oder John Gilbert. Im gleichen Jahr übernahm sie in dem Oscar-prämierten Film Flügel aus Stahl die Hauptrolle.

1929 schaffte sie den Wechsel zum Tonfilm und spielte in zahlreichen Filmen mit. Allerdings verlor sie in den 1930er Jahren immer mehr an Ausstrahlung, da andere weibliche Stars in den Fokus der Pubilikumsgunst rückten. 1930 lernte sie Rex Bell bei den Dreharbeiten zu dem Film True to the Navy kennen.[11] Der Film Call Her Savage (1933) wurde ihre vorletzte große Rolle. MGM wollte sie noch für den Film Feuerkopf engagieren, allerdings litt Clara Bow unter starken psyschischen Problemen und somit konnte sie den Vertrag nicht erfüllen.

Mit Hoop-la Bow drehte einen letzten Film und zog sich 1933 ins Privatleben zurück, das sie auf eine Ranch in Nevada verbrachte und wo sie mit Rex Bell lebte, den sie bereits 1931 geheiratet hatte. Dort bekam sie zwei Kinder, unternahm aber auch einen Selbstmordversuch.[12] 1949 wurde bei ihr Schizophrenie diagnostiziert, an der sie bis zu ihrem Tod durch Herzversagen 1965 litt.

Sie gilt neben Helen Kane auch als eines der Vorbilder für Betty Boop.[13]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Clara Bow – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stenn, David (1988). Clara Bow: Runnin' Wild. Doubleday.S.322
  2. In US census records, enumerated in 1910-04-15 and 1920-01-07, Bow's age is stated 4 and 14 years, respectively. und Enumeration District 19–822, Bureau of the Census, Population Schedule, April 2, 1930,
  3. Grabstein
  4. Stenn, David (1988). Clara Bow: Runnin' Wild. Doubleday.S.8
  5. 63 Die of Heat Cool Wave To-Day. In: The New York Times, July 20, 1905. 
  6. 6,0 6,1 Bow, Clara. St. Johns, Adela Rogers (ed.) "My life, by Clara Bow" Photoplay (February, March and April 1928).
  7. Morella, Joseph; Epstein, Edward Z. (1976). The "It" Girl: The Incredible Story of Clara Bow. New York: Delacorte Press. ISBN 0-440-14068-4.S. 17
  8. NYU Langone Medical Center website (psychosis and epilepsy). Med.nyu.edu. Abgerufen am 19. August 2010.
  9. Boston Daily Globe, March 23, 1924.
  10. Parsons, Louella. "Real life story of Clara Bow" (16 parts) The San Antonio Light, (May 15 – June 4, 1931)
  11. Biografie über Rex Bell
  12. Katja Iken: Geschichte der It-Girls – Paris Hiltons Vor-vor-vorbild. einestages – Zeitgeschichten auf Spiegel Online, 25. Februar 2011.
  13. "Will Betty Boop Be A Big Hit as 'It?'" Chicago Tribune (March 20, 1985)