Daniel, der Zauberer

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Filmdaten
Originaltitel Daniel, der Zauberer
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 78 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 6
Stab
Regie Ulli Lommel
Drehbuch Ulli Lommel
Produktion Peter Schamoni
Musik Robert Schulze
Kamera Manuel Lommel
Schnitt Angelika Steinbock
Besetzung

Daniel, der Zauberer oder Daniel – Der Zauberer ist eine deutsche Fantasy-Filmbiografie mit Daniel Küblböck in der Hauptrolle. Der Film wird oft als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten bezeichnet.[1]

Handlung[Bearbeiten]

 
Regisseur Ulli Lommel übernahm die Rolle von „Johnny“

Daniel Küblböck gilt mit seiner Musik und seinem Erfolg als mediales Phänomen, dass „von Millionen geliebt, von Vielen gehasst“ wird. Aus diesem Grund versucht der Dämon Baltazar, die beiden armen Teenager Rike und Tom dazu zu bringen, ihr Hassbild Daniel zu töten. Aus diesem Grund schaut er mit ihnen zusammen im Fernsehn eine Liveübertragung eines Küblböck-Konzerts an, und er und gibt ihnen den Auftrag, den Star der Sendung zu töten.

Die ersten Versuche Daniel in seinen eigenen Zuhause zu töten schlagen fehl, da Rike und Tom ihre Pistole zu Hause vergessen haben. Währenddessen übt der ahnungslose Star eine neue Gesangsnummer ein und beantwortet seine Fanpost, in der ihm einige auch mit dem Tode drohen oder ihm davon berichten, wie seine Musik ihr Leben verändert habe. Daniels Vater und Oma sorgen dafür, dass sich seine Karriere weiterentwickeln kann. Außerdem war Daniels Oma mit dem einarmigen Musiker Johannes „Johnny“ Küblböck verheiratet, der einige Jahre vor Daniels Geburt verstarb.
An diesem Tag erscheint der einarmige Zauberer Johnny, der meist ein Tenorhorn und einen Zauberstab bei sich trägt und der mitunter zwei Arme hat sowie eine Mütze unter seinem Zylinderhut trägt. Dieser unterstützt Daniel nun, wird aber nur von dem Sänger gesehen. Der Zauberer fordert Baltazar schließlich heraus, damit er Daniel in Ruhe lässt.

Kurz darauf erhält Daniel die Möglichkeit an einem Screen Test für Hollywood teilzunehmen. Sowohl Baltazar und Johnny sind abseits der Bühne abwesend, während Rike versucht, sich das Vertrauen von Daniel zu erschleichen. Baltazar wird von Johnny in eine Kakerlake verwandelt und erst nach dem Satz „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ wieder in einen Menschen verwandelt. Nach dem Screen Test besucht Daniel ein Cafe in dem Petra ihrem Großvater hilft. Während Petra ein absoluter Fan von Daniel Küblböck ist, versucht ihr Großvater, Herr Winter, diesen zu verscheuchen. Doch Daniel schenkt ihnen zwei Eintrittskarten für dessen nächstes Konzert.

Bei diesem Konzert soll Daniel Küblböck von Rike und Tom umgebracht werden. Allerdings bringen es die beiden nicht fertig, ihn zu erschießen, als Daniel auf der Bühne steht; so wird er nur von Rike entführt. Bei der Entführung erscheint Daniel Johnny und gibt ihm neuen Mut. Daniel hört den beiden einfach zu, kann schließlich das Haus verlassen und hat zwei neue Freunde gewonnen. Er schenkt ihnen auf Johnnys Empfehlung hin eine Gitarre und die drei feiern gemeinsam Weihnachten. Auch Herrn Winter hat das Konzert verändert er ist zu einem Küblböck-Fan geworden und freut sich über positive Energie. Baltazar spricht davon, dass nur die erste Schlacht verloren wurde, und dass sich Daniel als Zauberer erst noch beweisen müsse.

An ersten Weihnachtsfeiertag erhält Daniel Johnnys Zauberstab. Daniels Großmutter erzählt, dass ihr Mann nur einen Arm hatte und dass dieser Musiker auf dem Oktoberfest war. Sie zeigt ein Bild von ihm und erfährt, dass er Daniel mehrmals erschienen war. Sie klart Daniel darüber auf, dass dieser den Zauberstab nur dann einsetzen darf, wenn er Menschen wirklich helfen will.

Stilmittel[Bearbeiten]

Regisseur Ulli Lommel wollte einen Film machen, in dem junge Menschen gezeigt werden, die mit der Frustration und dem Kreislauf des Hasses umgehen müssen. Nach seiner Meinung muss es eine Verbindung zwischen Alt und Jung geben, aus diesem Grund sind Film unterschiedliche Generationen zu sehen.[2] Die meisten Szenen wurden spontan gedreht und orientieren sich vor allem an der Unbekümmertheit der Hauptfigur[3]

Der Film enthält einige Ausschnitte aus der TV-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und auch einige Zeitungsausschnitte über den Autounfall Daniel Küblböcks. Zu den improvisierten Szenen gibt es auch eine Märchenähnliche Erzählstruktur, in der Baltazar zum Dämon aufgebaut wird, der Jugendliche dazu bringt, einen Mord zu planen und der an ihrem Gewissensbissen scheitern muss. Johnnys Figur des Zauberers entspricht eher der eines guten Geistes oder Engels der Daniel beisteht. Um das Märchenhafte zu unterstützen, wurde in einigen Szenen auch die Melodie von Schwanensee eingespielt.

Ulli Lommel versucht mit dem Film auch einen gewissen Tabubruch anzuführen und sagt über Daniel Küblböck:

„Ich weiß aus meiner Kindheit, in Deutschland wurde man so erzogen, da macht man bestimmte Dinge nicht. Man hat sich zu benehmen. Und nun kommt Daniel und ist nicht bereit, diese festen, bürgerlichen Rollen anzunehmen. Er kreiert seine eigene Rolle. Er bricht Tabus, schminkt sich, zieht Mädchenkleider an. Er weint, ist albern, ist hysterisch. Kurz: Er benimmt sich nicht. Und weil er das auf öffentlicher Ebene tut, glaube ich, dass die einen das als Erlösung empfinden und ihn lieben, und die anderen das nicht ertragen können und ihn hassen.[4]

Entstehung[Bearbeiten]

 
Daniel Küblböck hatte vorher noch nie von Ulli Lommel gehört.

Ulli Lommel gab in einem Interview an, zuerst von seiner amerikanischen Freundin auf Küblböck aufmerksam gemacht worden zu sein. Da er neugierig wurde, besuchte er ein Konzert des Sängers, das im Circus Krone stattfand. Die Atmosphäre hat ihn mitgerissen, aus diesem Grund hat er die Geschichte des Films innerhalb von kürzester Zeit erschaffen.[4]

Daniel Küblböck hat vor dem Beginn der Dreharbeiten noch nie von Ulli Lommel oder Peter Schamoni gehört; über die Arbeit mit ihnen sagte er:

„Und auf einmal war ich in einer Welt, die ganz anders ist, in der man nicht über dieses ganze Oberflächliche redet. Und ich habe Spaß daran gefunden, dachte mir, das ist gut, wenn diese zwei Welten aufeinander treffen.[4]

Nach dem ersten Drehtag soll Daniel Küblböck geweint haben, weil der Film die Anfeindungen ebenfalls thematisiert.[3]

Soundtrack[Bearbeiten]

Im Film sind folgende Lieder, die von Daniel Küblböck gesungen wurden zu hören:

Lied Komponist Producer
Heartbeat Dieter Bohlen Dieter Bohlen
Little Satellite Dieter Bohlen Dieter Bohlen
Rock 'n' Roll Hero Dieter Bohlen Dieter Bohlen
Every Time We Go Away Dieter Bohlen Dieter Bohlen
Man In the Moon unbekannt Daniel Küblböck/Ulli Lommel
The Skin I'm In unbekannt Daniel Küblböck/Ulli Lommel
Teenage Tears Daniel Küblböck / Quint Starkie / Michael Lundh / Emilia Daniel Küblböck
Von Eggenfelden nach Hollywood Daniel Küblböck/Ulli Lommel Daniel Küblböck/Ulli Lommel
My Life Is Magic Norbert Daum/ Gaby Schmidberger Gaby Schmidberger

Kino und Fernsehausstrahlung[Bearbeiten]

Der Film floppte massiv mit insgesamt nur 13.834 Zuschauern an den Kinokassen und wurde bereits nach der ersten Woche in den meisten Kinos abgesetzt, obwohl 107 Kopien des Films existieren.[5]

Bei einer Sneak Preview-Aufführung sollen die anwesenden Zuschauer von den Kinobetreibern gefordert haben, diesen Film abzubrechen und stattdessen einen anderen Film zu zeigen.[6]

Der Film feierte am 26. August 2016 seine Weltfernsehpremiere auf Tele 5 in der Fernsehsendung SchleFaZ und konnte insgesamt 160.000 Zuschauer vor den Fernseher locken.[7]

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film war für einige Zeit mit 1,6 Punkten auf dem ersten Platz der IMDB-Bottom-Charts. Später rangierte der Film zwischen dem 16. und dem 4.Platz.[8]

Die Nürnberger Zeitung schreibt etwa:

„Der fast vollständig mit wackliger Handkamera gedrehte Streifen entzieht sich mit seiner rudimentären Geschichte und Dialogen, die nicht einmal Porno-Niveau erreichen, jeglichen Bewertungskriterien.[4]

filmstarts.de urteilt:

„Der Film ist für Nicht-Küblböck-Fans unerträglich. Aber selbst unter der Anhängerschaft des quietschfidelen Gute-Laune-Clowns werden wohl nur die ganz Fanatischen an ‚Daniel – Der Zauberer‘ ihre Freude haben.“

Daniel Küblböck selbst sagte über seinen Film in der Talkshow von Markus Lanz:

„Aber nicht so schlecht wie mein Film. Der ist erst letztens in Amerika zum schlechtesten Film aller Zeiten gewählt worden. Und das schafft nicht jeder![9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]