Das Vermächtnis des Prof. Bondi

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Filmdaten
Deutscher Titel A Bucket of Blood
Originaltitel Das Vermächtnis des Prof. Bondi
A Bucket of Blood (1959) - Title.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 66 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Roger Corman
Drehbuch Charles B. Griffith
Produktion Roger Corman
Musik Fred Katz
Kamera Jacques R. Marquette
Schnitt Anthony Carras
Besetzung

Das Vermächtnis des Prof. Bondi ist eine US-amerikanische Komödie, die unter der Regie von Roger Corman entstanden ist. Sie feierte am 21. Oktober 1959 ihre Weltpremiere[2] und die deutsche Version hat im Gegensatz zur Originalversion einen kurzen Prolog, bei dem eine Verbindung zu dem Film Das Kabinett des Professor Bondi hergestellt wird.[3]

Handlung[Bearbeiten]

Prolog[Bearbeiten]

Ein Jahrhundert vor der Haupthandlung lebte Professor Henry Bondi, dessen Wachsfigurenkabinett dafür berühmt war, dass er lebensechte Darstellungen von berühmten Persönlichkeiten aus der Vergangenheit präsentierte. Allerdings wurde entdeckt, dass er für die Herstellung der Figuren Leichen verwendet und diese mit Wachs übergossen hatte. Die Verstorbenen sind entweder durch ihn oder durch seine Handlanger ermordet worden. Kurz bevor er sich selbst in den Tod stürzt, überträgt sein Wissen auf seinen einzigen Nachfahren, Walter Paisley, der allerdings seiner Meinung nach ein Idiot ist.

Hauptgeschichte[Bearbeiten]

Carla und Leonard betrachen Walters Skulptur The Dead Cat

Walter Paisley ist ein zurückgebliebener, scheuer Kellner, der in einem Beatnik-Lokal namens „The Yellow Door“ arbeitet, in dem neben zeitgenössischer Kunst auch moderne sinnentleerte Gedichte vorgetragen werden. Ein Star dieser Szene ist der Poet Maxwell H. Brock, der auch von Walter bewundert wird. Während Maxwell improvisiert, lernt Walter dessen Worte auswendig und versucht Eindruck zu schinden, was nicht wirklich gelingt. Auch bei seiner großen Liebe Carla hat er keine Chance. Seine Vermieterin macht sich Sorgen um ihn und wünscht, dass er eine Frau findet, die sich um ihn kümmert. Auch als Künstler scheitert Walter, seine Tonskulpturen gelingen ihm nicht.

Eines Tages vermisst seine Vermieterin ihre Katze, die aus Versehen von Walter erstochen wurde. Er übergißt ihre Leiche mit Ton und präsentiert am nächsten Morgen stolz sein Werk an seinem Arbeitsplatz. Leonard de Santis, der Eigentümer und Wirt des Lokals, gibt ihm nun die Chance sein Kunstwerk „Die tote Katze“ zu präsentieren. Walter wird wie ein Star gefeiert und Maxwell würdigt ihn mit einigen besonderen Worten. Allerdings wird Walter an diesem Abend von einem Mann mit einer Pistole bedroht und Walter so erschlägt diesen mit einer Bratpfanne und versteckt die Leiche in einem Küchenschrank, während das verbleibende Blut in einem Topf fließt. Walter verwandelt den Unbekannten mit der Pistole ebenfalls in eine Skulptur namens "The Dead Man". In dieser Nacht fällt Leonard de Santis die Katzenstatue um und er entdeckt, dass sich eine echte Katze in ihr befindet.

Am nächsten präsentiert Walter seine Schöpfung Carla und Mr. de Santis. Dieser ist völlig verängstig, während Carla ihn auffordert, nun eine ganze Serie an Skulpturen anzufertigen. Er folgt ihrer Aufforderung und tötet die hübsche Sylvia, nachdem sie ihn beleidigt hat. Später tötet er noch einen Holzarbeiter, dem er den Kopf abtrennt und ihn als Büste präsentiert. Seine Kunst wird gefeiert und für ihn wird eine Vernissage organisiert. Das absolute Highlight für ihn ist allerdings, dass er von Maxwell zum neuen König der Kunst gekrönt wird und er von Carla geküsst wird.

Kurz vor der Ausstellung macht Walter Carla einen Heiratsantrag, den sie ablehnt, da sie nur einen Freund in ihm sieht. Daraufhin bittet ihr Modell zu stehen, sie willigt ein und geht mit dem todtraurigen Walter auf die Vernissage. Walter wird von den Kunstkritikern geliebt, trotzdem ist er traurig. Zufällig entdeckt Carla, dass sich hinter den Statuen Leichen verbergen und rennt vor dem wütenden Walter davon. Während dieser Verfolgungsjagd, wird er von den Geistern seiner Tat verfolgt und erhängt sich schließlich. Seine Verfolger entdecken seine Leiche in seiner Wohnung und bezeichnen seine Tat als sein größtes Werk.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

König Walter Paisley lässt sich feiern

Das Vermächtnis des Prof. Bondi entstand in der Zusammenarbeit mit Charles B. Griffith, der später zusammen mit ihm die Filme „Kleiner Laden voller Schrecken“ und „Creature from the Haunted Sea“ produzierte, die ebenfalls im Bereich der Schwarzen Komödie anzusiedeln sind. Der Film „Kleiner Laden voller Schrecken“ entstand sogar an den selben Sets wie „Das Vermächtnis des Prof. Bondi“.[4] Der Film wurde mit einem Budget von 50.000 US-Dollar innerhalb von 5 Drehtagen realisiert.[5] Die Sets wurden zuvor für die Produktion des Films Diary of a High School Bride verwendet.[6]

Der Film selbst verwendet Elemente der Horrorfilme „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ und dessen RemakeDas Kabinett des Professor Bondi“, auf den sich die deutsche Version bezieht. Außerdem wird die Beatnik-Kultur durch den Kakao gezogen.[7] 1995 folgte ein Fernsehremake mit dem Titel A Bucket of Blood.

Jules Feiffer der Zeichner des Filmplakats

Der Name Walter Paisley wurde mehrfach von Hauptdarsteller Dick Miller als Insidegag verwendet, Beispiele sind Filme wie „Das Tier“ (1981) oder „Glory Days“ (1994).[8] Er selbst war mit dem Ergebnis auf Grund des niedrigen Produktionsbudgets unzufrieden und sagte hierüber, dass er es bedauerte, dass kaum Geld für den Film vorhanden war. Für die Statuen wurden Schaufensterpuppen verwendet, vor allem mit der letzten letzte Szene in er mit Ton übergossen ist, empfand er als schwach, da das mit einem größeren Budget und mehr Zeit besser in Szene gesetzt werden könnte. Über die Stimmung bei den Dreharbeiten sagte er, dass die Stimmung und das Timing gut gewesen seien.[9]

Alex Hassilev war der Gitarrist, der den Film mit folgenden Musikstücken untermalte:

  • The Ballad of Tim Evans von Ewan MacColl
  • Gari, Gari (Russisches Gypsi-Lied)[10]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Der Film wurde mit der Taglinesick, sick, sick—from laughing!“ beworben.[11] Jules Feiffer malte das Kinoplakat, in dem Szenen andeuten, dass der Film komisch ist.

Der Film ist ein Public-Domain-Titel und wurde mehrfach veröffentlicht.[12] Für die deutsche Version wurden zusätzliche Szenen für einen Prolog gedreht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Vermächtnis des Prof. Bondi jetzt ab 16 Jahren
  2. http://www.imdb.com/title/tt0052655/releaseinfo
  3. Vergleich der deutschen mit der amerikanischen Originalversion
  4. "Fun Facts". A Bucket of Blood (Media notes). MGM Home Entertainment. 2000. ISBN 079284680X.
  5. Corman, Roger; Jerome, Jim. How I Made a Hundred Movies in Hollywood and Never Lost a Dime. Da Capo Press. pp. 61–62. ISBN 0-306-80874-9.
  6. Mark McGee, Faster and Furiouser: The Revised and Fattened Fable of American International Pictures, McFarland, 1996, S. 145
  7. Wright, Gene (1986). Horrorshow. New York: Facts on File Publications. ISBN 0-8160-1014-5. S. 4.
  8. IMDB-Eintrag zu Walter Paisley
  9. Gray, Beverly (2004). Roger Corman: Blood-Sucking Vampires, Flesh-Eating Cockroaches, and Driller Killers. Thunder's Mouth Press. ISBN 1-56025-555-2.
  10. http://www.imdb.com/title/tt0052655/soundtrack?ref_=tt_trv_snd
  11. Taglines for A Bucket of Blood (1959). Internet Movie Database. Abgerufen am 3. Oktober 2007.
  12. A Bucket of Blood. Internet Archive. Abgerufen am 3. Oktober 2007.