Der Gauner und der liebe Gott

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Filmdaten
Originaltitel Der Gauner und der liebe Gott
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Axel von Ambesser
Drehbuch Curth Flatow,
Stefan Gommermann
Produktion Ernst Steinlechner
Musik Norbert Schultze
Kamera Oskar Schnirch
Schnitt Herbert Taschner
Besetzung

Der Gauner und der liebe Gott ist eine deutsche Kriminalkomödie aus dem Jahr 1960 mit Gert Fröbe und Karlheinz Böhm in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten]

Die Außenaufnahmen entstanden in Kreuzberg bei Freyung

Paul Wittkowski wurde vom Gericht zu 8 Jahren verurteilt, da er angeblich einen Tresor aufgebrochen hat, allerdings beteuert, diese Tat nicht begannen zu haben. Doch der Richter geht davon aus, dass er für diese Tat verantwortlich war, da der Einbruchstil ganz genau auf den von Paul Wittkowski passt. Paul flüchtet in seiner Not aus dem Gerichtssaal und flieht in eine Kirche. Dort kommt ihm die Erinnerung an seinen letzten Kirchbesuch vor vielen Jahren im Gefängnis. Er fordert Gott heraus und verlangt von ihm Hilfe, da ihm das Geld fehlt und er kein Dach über dem Kopf hat. Kurz darauf betritt ein Junge die Kirche und übergibt ihm ein Paket und 42,50 Mark, dass er dem Pfarrer geben soll, der sich gerade im Beichtstuhl befindet.

Paul flieht mit Zug und verkleidet sich als Pfarrer Paul Wittleben. Als die Polizei sein Abteil nach dem Gauner Paul Wittkowski durchsucht, findet sie nur einen schlafenden Pfarrer vor. Paul flieht vor der Polizei aus dem Zug und findet durch Gottes Hilfe ein beleuchtetes Haus in einem kleinen Dorf. Dort klaut er sich eine Wurst aus der Speisekammer und wird von der Köchin des Hausherrn Pfarrer Steiner freundlich aufgenommen. Er erlebt wie die Kirche des Pfarrers fast leer ist, der Grund hierfür ist der mächtige Christbaumkugelhersteller Anton Baumberger, den der Pfarrer vor wenigen Wochen als Wucherer bezeichnet hat. Diese Predigt hat dafür gesorgt, dass er sämtliche Angestellten und Schuldner ein Dorf weiter fahren müssen um, in die Kirche zu gehen.

Als Baumberger den neuen Pfarrer erblickt nimmt er an, dass das bischöfliche Ordinariat ihn geschickt hat und begrüßt ihn auf herzlichste. Außerdem zeigt er ihm seinen vollgefüllten Tresor, bei dem Anton Baumberger auch seine Schwierigkeiten hat. Paul lernt außerdem die hochverschuldete junge Schlosserwitwe Frau Holzmann kennen, die sich seit dem Tod ihres Mannes mit der Arbeit abquält. Anton Baumberger möchte eigentlich nicht, die Schulden bei Frau Holzmann eintreiben, stattdessen möchte er mit ihr ins Bett, da ihn seine Frau nicht versteht. Als sie ihn abweißt und sie dem Pfarrer hiervon erzählt beginnt er mit den Vorbereitungen für die Pfändung.

Paul beschließt seinen alten Freund Karl Schmiedel anzurufen und erfährt und möchte er ihm seinen Arbeitskoffer mit dem Schweißmaterial schickt. Als dieser Koffer ankommt, bricht er bei Anton Baumberger ein und lässt den Schuldschein verschwinden. Pfarrer Steiner sieht wie sich Paul aus dem Haus schleicht und folgt ihm. Dabei begegnet er Helga Baumberger der Tochter von Anton, die gerade mit ihrem Freund knutscht. Er bittet sie um ihre Hand, als der Pfarrer hinzukommt, allerdings platzt auch Anton Baumberger rein und verbietet ihr diese Beziehung, da er nur ein Angestellter von ihm ist.

Während das ganze Dorf von einem Wunder spricht, ist Pfarrer Steiner eher skeptisch und liest in der Zeitung über Pauls angebliche Tat. Er gibt ihm die Chance sich zu stellen und zeigt ihn nicht an. Paul wandert gedankenversunken durch das Dorf und trifft auf Peter Holzmann den Sohn der Schlosserwitwe, der einige Christbaumkugeln gestohlen hat. Diese möchte er auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen, um den Nachbarn eine neue Ziege zu kaufen, deren alte Ziege hat Anton Baumberger totgefahren. Paul hilft ihm die Kugeln wieder zurückzubringen und fordert ihn auf zur Beichte zu gehen. Er wird dabei von Pfarrer Steiner entdeckt und für einen Dieb von Christbaumschmuck gehalten. Peter beichtet kurz darauf beim Pfarrer und beschließt ihn zu verstecken und herauszufinden, wer ihm so übel mitgespielt hat.

Anton Baumberger beschließt nochmals bei der Schlosserwitwe zu landen und wird herbestellt. Allerdings lässt sie nicht rein, währenddessen stiehlt Paul eine Kuh aus dem Stall des Christbaumsherstellers und verständigt dessen Frau. Diese möchte ihm am nächsten Tag verlassen, allerdings kommt ans Tageslicht, dass Anton die Kuh dem alten Ehepaar geschenkt hat, deren Ziege er tot gefahren hat. Diese Version lässt die Familie Baumberger glücklich werden.

Währenddessen empfängt Frau Nestle die Haushälterin des Pfarrers ihren Neffen und dessen Kollegen zum Mittagessen. Da er bei der Polizei arbeitet nimmt Paul an, dass er aufgeflogen ist und flieht zurück in die Stadt. Dort trifft er sich wieder mit Max Schmiedel und plant mit ihm einen neuen Einbruch. Dieser möchte ihn als Sündenbock verwenden und raubt eine Stunde früher als vereinbart, den Tresor aus. Paul kommt zum Treffpunkt und wird verhaftet. Doch anstelle von Schweißergeräten, findet die Polizei nur einige christliche Bücher. Paul beschließt ein ehrlicher Mensch zu werden und heuert bei der hübschen Schlosserwitwe als Schlosser an.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Ein Teil der Außenaufnahmen entstanden in dem kleinen Ort Kreuzberg bei Freyung und in München. Hauptdarsteller Gert Fröbe wurde für seine Leistungen in dem Film mit dem Ernst-Lubitsch-Preis und auf dem San Sebastián International Film Festival als Bester Schauspieler ausgezeichnet.[1]

Für Karlheinz Böhm war diese Produktion die letzte deutsche Produktion für lange Zeit.[2] Der Grund hierfür war das der im Vorfeld produzierte britische Film Augen der Angst ihm in Deutschland einen Karriereknick bescherrte, da er hier einen Killer spielte. Er wurde in Deutschland vor allem nur mit dem Märchenkaiser Franz Joseph und dem Image des Saubermanns in Verbindung gebracht.

Kritiken[Bearbeiten]

Der katholische film-dienst bezeichnete Der Gauner und der liebe Gott als einen im volkstümlichen Schwankstil inszenierten, weitgehend gelungenen Film. „Sehenswert: Gert Fröbe in seiner famos bewältigten Gaunerrolle.“[3] Auch der Evangelische Film-Beobachter hebt besonders die schauspielerische Leistung Fröbes hervor: „Vor allem Gert Fröbes prachtvolle Darstellung macht diesen heiteren, manchmal etwas oberflächlichen Film zu einem hübschen Vergnügen.“[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Awards for Der Gauner und der liebe Gott. In: „Internet Movie Database“. Abgerufen am 29. September 2010.
  2. Filmportal-Eintrag
  3. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=20691
  4. Kritik Nr. 36/1961