Der kleine Muck (1944)

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Filmdaten
OriginaltitelDer kleine Muck
ProduktionslandDeutsches Reich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1944
Länge80 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieFranz Fiedler
DrehbuchRuth Hoffmann
ProduktionSonne-Film (Berlin)
Produzent: Carl Peters
MusikFritz Wenneis
KameraKarl Attenberger
Besetzung

Der kleine Muck ist ein deutscher Märchenfilm aus dem Jahr 1944 von Franz Fiedler, der auf der Geschichte vom kleinen Muck von Wilhelm Hauff basiert.

Handlung[Bearbeiten]

Herr Mond möchte es sich eigentlich in seinem Ohrensessel und in seinem Buch blättern. Hierbei entdeckt er einen Tintenklecks auf der Seite in der die Geburt der Prinzessin Mareile eingetragen ist. Er erinnert sich, an diesen Tag, der als Festtag gefeiert wurde. Neben der Prinzessin ist auch der kleine Muck geboren. Herr Mond reist wegen dieser Geburt auf die Erde und segnet die beiden Kinder. Prinzessin Mareile soll fast nur fröhliche Tage haben und sollte sie einmal aus Kummer weinen müssen, werden ihre Tränen zu Perlen. Den kleinen Muck segnet er mit einer besonderen Intelligenz.

Zwölf Jahre später, sind die Eltern des kleinen Mucks verstorben und Königin Herzelinde und König Silberhaar vermissen ihre Kinder Prinz Goldhaar und Prinzessin Mareile. Mucks Eltern haben ihm einige Schulden hinterlassen, die dafür sorgen, dass sein Haus gepfändet wird. Der König setzt 100.000 Thaler Belohnung aus, für den Fall das seine Kinder wiedergefunden wird. Muck beschließt auf Anraten von Herr Mond sich auf die Suche zu machen.

In der Stadt Pfefferkuchenhausen trifft er auf eine alte Frau namens Ahavzie, die er aus einer Notsituation rettet. Er wird von ihr aufgenommen, damit er für sie arbeitet, während sie "einkaufen" geht. In Wirklichkeit geht Ahavzie zu ihrem Bruder dem Riesen Bumbo, dem sie Muck für ein paar Perlen verkaufen möchte, damit er aus ihm einen Braten macht. Muck hat allerdings Glück, da ein Hund namens Bello ihm zusammen mit Herrn Mond einen Weg zeigt, wie er Zauberschuhe und einen Zauberstock finden kann.

Mit diesem reist er zur Frau Ahavzie und hört die ganze Wahrheit. Er beobachtet außerdem wie sich die Gänsehüterin Trine in eine hübsche Prinzessin verwandelt. Er ruft nach ihr, doch sie ist so erschrocken das sie flieht. Herr Mond erscheint und rät ihm schließlich einige Perlen aufzuheben und mit diesen zu König Silberhaar und Königin Herzelinde zu reisen. Er läuft mit dem Schnellläufer Dünn um die Wette und gewinnt. Allerdings verliert einige Perlen und wird wegen Diebstahls ins Gefängnis geworfen. Erst als Königin Herzelinde die Perlen in die Hand nimmt, verwandeln sie sich in Tränen.

Muck wird aus dem Gefängnis entlassen, währenddessen hat Ahavzie bemerkt, dass Muck verschwunden ist und entschließt sich den Hund Bello dem Riesen zu übergeben. Allerdings kommt ihr Muck in die Quere und lässt Stock auf ihrem Rücken tanzen und befreit Prinz Goldhaar aus seinem Hundeleben. Er wurde zum Hund verzaubert. Auch dem Riesen stellt sich Muck entgegen und vertreibt ihn mit dem Stock. Schließlich befreit er auch Prinzessin Mareile aus ihrem Leben als Gänsemagd und kehrt mit den Geschwistern in die Heimat zurück. Hierbei feiern sämtliche Beteiligten und Muck gibt die Schuhe Herrn Mond zurück.

Herr Mond spricht davon, dass die Prinzessin möglicherweise den kleinen Muck geheiratet hat.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Die Geschichte des Films hält sich nicht ganz an die Vorlage, sondern erzählt seine eigene Variante des Märchens. Hierbei werden auch Elemente aus Märchen wie Tischchen deck dich, allen voran den tanzenden Stock übernommen. Muck in diesem Film nicht kleinwüchsig. Die Dreharbeiten begannen am 1. Oktober 1943 und dauerten bis zum 31. März 1944.[1] Der Film kam im Dezember 1944 in die Kinos[2], wurde aber ausschließlich in Matineen und Sonderveranstaltungen gezeigt.[3]

Der Film wird immer wieder mit dem DEFA-Klassiker Die Geschichte vom kleinen Muck verglichen.[4]

Kritiken[Bearbeiten]

Ron Schlesinger schreibt in dem Forschungsprojekt Rotkäppchen im Dritten Reich über das Schauspielerischen Können von Willy Puhlmann:

„Der Neunjährige füllt seine Rolle so authentisch, locker und professionell aus, dass der (heutige) Zuschauer dabei leicht seine Funktion als NS-Märchenheld vergessen kann …“[2][5]

Das Lexikon des Internationalen Films schreibt über den Film:

„Kindgerechte Verfilmung des Märchens von Wilhelm Hauff mit einfacher Handlungsführung und heiteren Einlagen. Der Film vermag jedoch in keinem Moment, mit Staudtes von Humanismus und optischer Brillanz geprägter Version (Die Geschichte vom kleinen Muck", DDR 1953) zu konkurrieren.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der kleine Muck (1944) bei filmportal.de. Abgerufen am 24. November 2013.
  2. 2,0 2,1 Der kleine Muck (1944) bei maerchenfilm.pytalhost.com. Abgerufen am 24. November 2013.
  3. Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme, 13, Jahrgang 1944/45, Berlin 2002, S. 122
  4. http://www.cinema.de/film/der-kleine-muck,1316061.html
  5. Ron Schlesinger: Rotkäppchen im Dritten Reich. Zwischen Held und Opfer: „Der kleine Muck“ in Märchenfilmen books.google.de
  6. Der kleine Muck (1944) im Lexikon des Internationalen Films