Dieter Thomas Heck

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Dieter Thomas Heck in einer Podiumsdiskussion
Dieter Thomas Heck im Jahr 1971 auf einem Werbeplakat für eine Musikveranstaltung der CDU in Reinickendorf
Dieter Thomas Heck, 2008

Dieter Thomas Heck (* 29. Dezember 1937 in Flensburg als Carl-Dieter Heckscher; † 23. August 2018 in Berlin[1][2]), war ein deutscher Moderator, Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster, Produzent und Entertainer.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Heck wurde in Flensburg geboren, doch wenige Wochen nach dessen Geburt wurde der Vater als Verkaufsleiter einer Limonadenfirma nach Hamburg versetzt.[3] Dort überlebte er 1942 als 5-jähriger Junge einen schweren alliierten Bombenangriff auf die Stadt, bei dem er unter einer Kellertreppe von Trümmern verschüttet wurde. Dieses traumatische Erlebnis war ein wesentlicher Grund, dass er anschließend stotterte. Dieses seelische Manko behob er schließlich durch eine Gesangsausbildung, die ihn letztendlich auch zum Schnellsprecher werden ließ,[4] da Heck nun die entsprechenden Atemtechniken kannte.

Nach der Mittelschule absolvierte eine Ausbildung zum Technischen Kaufmann bei der Hamburger Borgward-Generalvertretung und war dort bis zu deren Konkurs als Autoverkäufer tätig, bis diese Konkurs anmelden musste.

Den Einstieg ins Showgeschäft ermöglichte ihm Peter Frankenfeld mit seiner Talentshow toi, toi, toi. Bei dieser trat Heck unter dem Namen „Dieter Heckscher“ auf und stellte seine Version eines Liedes von Peter Alexander vor. Ursprünglich versuchte er eine Gesangskarriere zu starten und nahm unter anderem 1961 bei dem Vorentscheid zum Grand Prix Eurovision de la Chanson, dem heutigen Eurovision Song Contest teil.

Am 26. November 1963 besuchte er in Baden-Baden die Rundfunkanstalt Südwestfunk und wurde dort von Herbert Falk, dem damaligen Abteilungsleiter Rundfunk gebeten, als fiktiver Gast ein Interview zu geben, da der ursprünglich eingeplante Gast plötzlich ausgefallen sei. Doch Moderator dieser Rundfunksendung stellte Heck einige so ungeschickte Fragen, so dass Heck nun selbst die Interviewführung in die Hand nahm und von Falk als Radiomoderator eingestellt wurde.[5]

Bei Radio Luxemburg sollte er 1964 die Urlaubsvertretung von Camillo Felgen übernehmen und wurde dorthin vom Südwestfunk ausgeliehen. Dort gab es die Tradition, die Moderatoren beim Vornamen zu nennen, da es hier aber schon Charly und einen Dieter gab, kam Heck auf die Idee, mit Hilfe der Zeitschrift Bravo einen Aufruf unter der Überschrift: „Diskjockey ohne Namen“ zu starten. Hier gab ihm die Leser den Namen Thomas, woraus er den bis zu seinem Tod verwendeten Künstlernamen „Dieter Thomas Heck“ entwickelte. Bei Radio Luxemburg arbeitete er auch mit Frank Elstner zusammen, mit dem er bis ans Lebensende befreundet war.[5]

1967 erfand er zusammen mit seinem Chef des Saarländischen Rundfunks den Preis Goldene Europa, der regelmäßig im Rahmen einer Fernsehshow präsentiert wurde, um so deutschsprachige Schlagersänger zu ehren.[5] Da Heck beim Saarländischen Rundfunk die erfolgreiche Radioshow Die deutsche Schlagerparade präsentierte, brachte diese Truck Branss auf die Idee, eine Fernsehsendung zu entwickeln. Gemeinsam dessen Moderator entwickelte er ein Konzept für diese Show und reichte das Konzept beim SR ein, dieser lehnte ab und so übernahm schließlich das ZDF vorgelegte Konzept dankbar an und produzierte in der Hauptstadt Berlin die auf diesem Konzept beruhende ZDF-Hitparade: Am 18. Januar 1969 um 18:50 Uhr[6] wurde die Hitparade zum ersten Mal im ZDF ausgestrahlt und nach acht Ausgaben im Jahr 1969 ab 1970 jeweils zwölf Mal jährlich am Samstagabend präsentiert.

1970 erhielt er die Rolle des Moderators Thilo Uhlenhorst in dem Fernsehfilm Das Millionenspiel von Tom Toelle. Hier präsentierte er eine fiktive Menschenjagd, die einer Scripted Reality-Reihe glich und von ihm wie ein Sportevent anmoderiert wurde. Die auf Authentizität getrimmte Show mit gestellten Außenaufnahmen sah für einige Zuschauer so echt aus, dass manche Fernsehzuschauer bei der Erstausstrahlung am 18. Oktober 1970 in der ARD dachten, sie sähen eine reale Menschenjagd. Interessant war auch deren Reaktion: Obwohl Empörung überwog, riefen manche Leute die fiktive Telefonnummer des Senders an und wollten sich als Kandidat in der Rolle des Gejagten oder auch als Jäger anmelden.

Heck wurde für das ZDF zu einem dauerhaften Moderator, der zahlreiche erfolgreiche Shows moderierte. Unter anderem auch 4 gegen 4 (1971–1973), Die Pyramide (1979–1994), Musik liegt in der Luft (1991–1998), Das ist ihr Leben (1994–1996), Das große Los (1996–2000) oder auch Melodien für Millionen (1985–2007) und die Gala für die Deutsche Krebshilfe.[5]

Im Jahr 2007 wurde der langjährige Vertrag zwischen dem ZDF und Heck nicht mehr verlängert, da der Sender eine Programmreform vollzogen hatte, bei der die Benefiz-Galas und Unterhaltungsshows mit Heck nicht mehr mitberücksichtigt wurden, da Heck den Verantwortlichen inzwischen als „zu alt“ galt. Als Folge dessen gab Heck nach genau 38 Jahren und 11 Monaten seinen Rücktritt von der TV-Bühne bekannt und nahm nur noch kleinere Rollen in Serien oder Filmen an.

Heck litt an einer chronischen Lungenerkrankung und starb am 23. August 2018 im Alter von 80 Jahren.[7]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Unterhaltungsshows[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Welle: "Mister Hitparade": Dieter Thomas Heck ist tot
  2. Showmaster Dieter Thomas Heck ist tot. In: focus.de. 24. August 2018, abgerufen am 24. August 2018.
  3. Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg! Flensburg 2009, Artikel Heck, Dieter Thomas
  4. Christoph Scheuring: Der Parade-Deutsche. In: Spiegel Special 8/1995. 1. August 1995, S. 78ff, abgerufen am 24. August 2018.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 Dieter Thomas Heck. filmportal.de, abgerufen am 7. März 2012 (englisch).
  6. Quelle: HÖRZU, Ausgabe Nr. 3/1969
  7. Suzanne Cords: Mister Hitparade: Dieter Thomas Heck ist tot. In: Deutsche Welle. 24. August 2018, abgerufen am 25. August 2018.