Escape from Tomorrow

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Filmdaten
Originaltitel Escape from Tomorrow
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 104 Minuten
Stab
Regie Randy Moore
Drehbuch Randy Moore
Produktion Soojin Chung
Gioia Marchese
Musik Abel Korzeniowski
Kamera Lucas Lee Graham
Schnitt Soojin Chung
Besetzung

Escape from Tomorrow ist ein US-amerikanischer Schwarzweiß-Fantasy-Horrorfilm aus dem Jahr 2013, der am 18. Januar auf dem Sundance Film Festival 2013 seine Weltpremiere feierte. Der Film wurde von Filmkritiker Roger Ebert für das Festival ausgewählt, ursprünglich sollte der Film auch auf dem PollyGrind Film Festival präsentiert werden, allerdings verzichteten die Veranstalter des Festivals auf die Aufführung des Films, da sie rechtliche Probleme mit der Walt Disney Company befürchtet haben.[1]

Der Film selbst enstand heimlich im Walt Disney World Resort und in Disneyland ohne Drehgenehmigung der Walt Disney Company. Die Crew verwendete handelsübliche Kameras wie ein iPhone oder mit der Canon EOS 5D Mark II oder einer Canon EOS 1D Mark IV.[2] Diese Tätigkeit wird auch als Guerilla Filmmaking bezeichnet.[3]

Handlung[Bearbeiten]

 
Spaceship Earth

Jim White verbringt eigentlich mit seiner Familie einen wunderbaren Urlaub im Walt Disney World Resort. Allerdings bereitet ihm sein letzter Urlaubstag überhaupt kein Vergnügen, er erhält am frühen Morgen einen überraschenden Anruf von seinem Chef, der ihn grundlos kündigt. Kurz darauf wird er von seinem Sohn Elliot ausgesperrt. Jim behält diese Information für sich selbst um seiner Ehefrau Emily und seiner Tochter Sara nicht die Freude am letzten Urlaubstag zu verderben. Auf der Fahrt in den Park mit der Monorail-Bahn, begegnet er zwei hübschen französischen Teenager, die Sophie und Isabelle heißen und sich in sein Gedächtnis einbrennen. Er kann nur noch an sie denken. Als er seine Frau Emily küssen möchte weist sie ihn mehrfach ab und bevormundet ihn wie ein kleines Kind. Als sie die Aktraktion It's a Small World besuchen, erhält Jim grauenhafte Visionen. Er wird von den niedlichen Audio-Animatronic-Figuren der Aktraktion bösartig angegrinst, während ihm seine Frau ihm lachend gesteht, dass Elliot eigentlich der Sohn eines anderen Mannes ist. Auch Elliots Augen verdunkeln sich für einen Moment.

Nach der Fahrt kommt es zu einem Streit zwischen Jim und Emily. Er entscheidet sich mit seinem Sohn die Buzz Lightyear Laser Blast zu besuchen, allerdings ist die Schlange vor dieser Attraktion zu lang und so verbringen sie die meiste Zeit des Tages mit warten, während sich seine Frau und dessen Tochter mit dem Umgang von einigen kleineren Attraktionen amüsieren. Schließlich liegt ein technischer Fehler im System vor und die Fahrt muss abgebrochen werden. Jim verlässt die Attraktion und begegnet den beiden Französinnen wieder. Er folgt ihnen und fährt aus diesem Grund mit seinem Sohn die Attraktion Space Mountain, die den Jungen zum Spucken bringt. Als er mit ihm zu seiner Frau zurückkehrt, ist sie völlig verärgert. Er geht mit seiner Tochter auf Entdeckungstour.

Später wird seine Tochter von dem rüpelhaften Sohn eines Rollstuhlfahrer wüst angerempelt. Jim ist sehr verärgert über dieses Verhalten und stellt ihn zur Rede, aber erhält keine gute Antwort. Jim bringt seine Tochter zur Unfallstation der Disney-Parks. Sie nimmt an, dass sie einem Erreger des Katzenschnupfens in sich trägt, aber sie möchte kein Aufsehen erregen. Nachdem Jim und Sara diese verlassen haben, beginnt die Krankenschwester zu weinen. Kurz darauf begegnet Jim ein mysteriösen schönen Frau, die ihn verführt. Er hat mit ihr eine Affäre und kehrt verdattert, ins Hotel zurück. Sie erzählt ihm ebenfalls die Disney-Prinzessinen-Darstellerinen des Parks, eigentlich nichts weiter Prostituierte sind, die mit reichen Geschäftsmännern schlafen. Hiervon hat er ebenfalls eine Vision.

Dort versucht er seine Frau zu überraschen und wird verärgert aufgenommen. Außerdem begegnet er, nachdem Streit den beiden Französinnen, denen er fasziniert hinterher sieht. Jim beginnt auf Grund des ganzen Ärgers einen Drink nach dem anderen zu trinken. Als er im Oktoberfestzelt von Epcot, eine weitere Maß ordert, ist seine Frau böse auf ihn. Sie kehrt mit ihrem Sohn ins Hotel zurück, während Jim mit seiner Tochter die Attraktion Soarin' nützt. Während der Fahrt, sieht er immer wieder die unbekannte Frau, mit der einen Seitensprung begann. Nach der Fahrt mit der Aktraktion wird er von einer der beiden Teenager angesprochen, sie versucht ihn zu überzeugen mit ihr mitzukommen, da ansonsten etwas schlimmes passieren wird. Er lehnt das Angebot ab und wird von ihr angespuckt. Kurz darauf wird er von einigen Disney-Mitarbeitern betäubt.

Nach einer fünfsekundigen Anzeige des Begriffs INTERMISSION, findet sich Jim in einem Labor unter dem Spaceship Earth wieder. Dort untersucht ihn ein Wissenschaftler des Unternehmens Siemens. Er versucht ihm nach seinen eigenen Worten zu helfen, in dem er sein Gesicht mit einer Spaceship-Earth-Kugel verdeckt. Jim gelingt es zu fliehen und dem Wissenschaftler auszuschalten, der sich als Cyborg herausstellt. Sichtlich desorientiert sucht Jim nach seiner Tochter und wird in dem Hotelzimmer der unbekannten Frau fündig. Diese trägt das Kostüm der Bösen Königin aus Schneewittchen und die sieben Zwerge. Er erweckt seine Tochter, die wie Schneewittchen gekleidet ist, mit einem Kuss aus einem tiefen Schlaf. Und bringt sie in sein Hotelzimmer zurück.

Nachdem er sie zu Bett gebracht hat und ihr gesteht, dass er sie liebt, muss er auf die Toilette und spuckt Haarknäuele heraus. Als sein Sohn dazu kommt, schließt er nur die Tür. Jim stirbt mit einem grotesken Blick und wird am nächsten Morgen von seiner Frau tot aufgefunden. Die Disney-Crew räumt dann das Hotelzimmer auf und lässt die Leiche verschwinden, während einer der Mitarbeiter des Parks, Elliott die Idee in den Kopf pflanzt, dass er die Buzz Lightyear-Attraktion tatsächlich gefahren ist. Kurz darauf reist eine neue Familie an. Hierbei sieht der Vater aus wie Jim, die Mutter wie die Unbekannte und die Tochter wie Sara.

Ursprünge für den Film[Bearbeiten]

Regisseur Randy Moore besuchte während seiner Kindheit zusammen mit seinem Vater regelmäßig Walt Disney World, hierüber sagte er zum Filmmagazin Filmmaker folgendes:

„It was a special, physical place, and it became an emotional space. Obviously, I have a lot of father issues that I can't separate from that place.“

Es war ein sehr spezieller, physischer Ort und wurde für mich ein sehr emotionaler Ort. Offensichtlich, habe ich eine Menge offene Fragen über meinen Vater, die ich nicht von diesem Ort trennen kann.[4]

Später heiratete er selbst eine Frau ging ebenfalls mit seinen Kindern nach Disneyland, hierbei kam die Erinnerung an diesen Ort wieder hoch.[5] Er hatte auch eine Biografie über das Leben von Walt Disney von Neal Gabler gelesen und versuchte eine Verbindung zu seiner Kindheit herzustellen.[6] Mit einer Erbschaft von seinen Großeltern wurde es Randy Moore möglich an dem Drehbuch von Escape from Tomorrow zu arbeiten. Insgesamt kostete der Film 650.000 US-Dollar.[7]

Produktion[Bearbeiten]

 
Eine Canon EOS 5D Mark II

Die Dreharbeiten wurden wie bereits angesprochen heimlich ohne Drehgenehmigung durchgeführt. Die Idee hierfür kommt aus dem Banksy-Film Exit Through the Gift Shop, der ebenfalls mit der Technik des Guerilla Filmmaking arbeitete.

Gemeinsam mit der Filmcrew gingen sie als Touristen getarnt täglich in Parks drehten mit handelsüblichen Kameras wie ein iPhone oder mit der Canon EOS 5D Mark II oder einer Canon EOS 1D Mark IV.[2] Daneben entstand auch der Kurzfilm Missing in the Mansion, der im Haunted Mansion spielt auf Youtube veröffentlicht wurde.[8]

Einige andere Szenen entstanden vor einem Green Screen und durch eine Second-Unit-Crew.[9] Einige Details aus Attraktionen des Films wurden entfernt, um Copyright-Probleme zu vermeiden.[10]

Der Soundtrack des Films stammte von Abel Korzeniowski der die Filmmusik die Musikstücke an das Zeitalter des klassischen Hollywood-Films anlegte.[11]

Einige gezeigte Attraktionen[Bearbeiten]

Rechtliche Folgen[Bearbeiten]

Die Walt Disney Company oder Siemens haben bisher keine rechtlichen Schritte gegen diesen Film unternommen. Stattdessen wird in der Online-Version Disney A to Z: The Official Encyclopedia geraten, dass man diesen Film nicht anschauen sollte. Ansonsten wird der Film ignoriert.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. V is for Victory
  2. 2,0 2,1 Dan Schoenbrun: Five Questions with Escape from Tomorrow Director Randy Moore. Filmmaker. January 19, 2013. Abgerufen am January 22, 2013.
  3. wisegeek.com: What Is Guerilla Filmmaking?
  4. Macaulay, Scott (January 19, 2013). "The Outlaw Pleasures of Escape from Tomorrow". Filmmaker. Retrieved January 22, 2013.
  5. Schoenbrun, Dan (January 19, 2013). "Five Questions with Escape from Tomorrow Director Randy Moore". Filmmaker. Retrieved January 22, 2013.
  6. Schoenbrun, Dan (January 19, 2013). "Five Questions with Escape from Tomorrow Director Randy Moore". Filmmaker. Retrieved January 22, 2013.
  7. Sundance 2013: How did a newbie make an unapproved film in Disney parks?
  8. "Missing in the Mansion". Daws Brothers Studios. 2011. Retrieved January 22, 2013.
  9. The Outlaw Pleasures of Escape from Tomorrow
  10. ‘Escape From Tomorrow’: A Feature Film Shot in Disney Theme Parks Without Disney’s Permission [Sundance 2013 Review]
  11. Zeitchik, Steven (January 19, 2013). "Sundance 2013: How did a newbie make an unapproved film in Disney parks?". The Los Angeles Times. Retrieved January 21, 2013.
  12. http://www.hollywoodreporter.com/thr-esq/escape-tomorrow-disneys-strategy-strategy-630906