Gefahr: Diabolik!

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Filmdaten
Deutscher TitelGefahr: Diabolik!
OriginaltitelDiabolik
ProduktionslandItalien
Erscheinungsjahr1968
Länge105 Minuten
Stab
RegieMario Bava
DrehbuchAngela und Luciana Giussani
Dino Maiuri
Brian Degas
Tudor Gates
Mario Bava
ProduktionDino de Laurentiis
MusikEnnio Morricone
KameraAntonio Rinaldi
SchnittRomana Fortini
Besetzung

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Gefahr: Diabolik! ist eine italienische Comicverfilmung des Jahres 1968, die unter Regie von Mario Bava entstand. Die Vorlage des Films ist die Comicgeschichte Diabolik der Schwestern Angela und Luciana Giussani.

Handlung[Bearbeiten]

Dem weltweit gesuchten und berüchtigten Meisterdieb Diabolik gelingt es mit Hilfe seiner Freundin Eva Kant, einen Geldtransport zu überfallen und somit 10 Millionen US-Dollar zu erbeuten. Die Polizei die hierfür eigentlich einen Köder mit leeren Blüten vorgesehen hatte, wurde bis auf die Knochen blamiert. Inspektor Ginko ist hier von alles andere als begeistert, da von seinen Vorgesetzten getadelt wird. Währenddessen verbringen Diabolik und seine Freundin Eva eine lusterfüllte Nacht im Geldregen.

Kurz darauf wird in den Medien über die Juwelen von Lady Clark berichtet, diese möchte Diabolik für seine Freundin ebenfalls erbeuten. Er und seine Freundin beschließen, das sie sich in das Schloss von Lady Clark einschleicht und die Informationen über die Edelsteine sammelt. Währenddessen bietet der Erzschurke Ralph Valmont, Inspektor Ginko die Kooperation für die Ergreifung von Diabolik und der Enttarnung von dessen Indentität an. Er findet durch seine Drahtzieher heraus wer Diaboliks Freundin ist. Eva wird nach dem geglückten Diebstahl der Diamanten von Valmont entführt und Diabolik soll sich mit ihm im Flugzeug treffen. Diabolik gelingt es dessen Flugzeug zu zerstören und mit Valmont aus dem Flugzeug zu fliehen. Dort wird Diabolik von Schützen der Polizei umzingelt. Er täuscht seinen Tod vor und die Inspektor Ginko erklärt den Medien den Tod von Valmont und Diabolik.

Währenddessen erwacht Diabolik aus seinem Todesschlaf und rettet die Juwelen und Eva. Schließlich fliehen die beiden in ihr Geheimversteck und planen den nächsten Coup. Ein Goldtransport den Ginko mit dem Zug durchführen lässt zu überfallen. Ginko setzt den Goldtransport einer schwachen radioaktiven Strahlung, die sich leicht orten lässt. Schließlich gelingt es Diabolik den Zug mit der Hilfe eines gestohlenen Lastwagens zu versenken und das Gold zu stehlen, in dem er eine Zugbrücke sprengt. Allerdings lokalisiert die Polizei schließlich Diaboliks Geheimversteck und greift dieses an. Hierbei gelingt es Eva zu fliehen, während Diabolik durch Lava erfasst wird. Er wird zur Lavastatue und sich Eva von ihm verabschieden möchte, zwinkert er ihr zu.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Dino De Laurentiis, 14. September 2009 in Los Angeles

Filmproduzent Tonino Cervi von der Filmfirma Italy Film interessierte sich sehr für die Produktion eines Diabolik-Films, der auf den gleichnamigen Comics der beiden Schwestern Angela und Luciana Giussani.[1] Einer der Gründe hierfür war, dass der Film Fantomas mit Jean Marais und Louis de Funès im Jahr 1964 so populär wurde.[1] Der nächste Grund hierfür dass die Produktion des Films kostengüngstig ablaufen könnte, um ihm die Möglichkeit zu bieten einen Episodenfilm zu drehen, bei dem Federico Fellini, Ingmar Bergman und Akira Kurosawa Regie führen sollten.[1]

Das Studio erwarb schließlich die Rechte an der Comic-Reihe von dessen Publisher Astorina für 20 Millionen Lire und gewann für die Produktion des Films Dino De Laurentiis.[2] Der Deal mit Dino De Laurentiis beinhaltete unter anderem die Zahlung von 100 Millionen Lire im Voraus und das er die Vermarktungsrechte erhielt.[2]

Die ersten Drehbuchentwürfe wurden von Pier Carpi und Corrado Farina angefertigt und waren sehr gewalttätig. Später wurde dieser Entwurf von Giampiero Bona und Fabrizio Onofri entschärft und durch Humor ersetzt.[2] Ursprünglich sollte Seth Holt Regie führen, während Jean Sorel die Rolle von Diabolik übernehmen sollte. Elsa Martinelli sollte eigentlich die Rolle von Eva Kant übernehmen, während George Raft Richness den Erzfeind von Diabolik spielen sollte.[2] Als die ersten Drehtage in Malaga am 20. September 1965 beginnen sollte wurde Raft krank und er wurde durch Gilbert Roland ersetzt.[2] Diese Dreharbeiten wurden am 13. November 1965 beendet, als De Laurentiis die fertige Fassung sah, brach er die Produktion ab, da die Qualität der ersten Version einem Disaster gleichen soll.[3]

Beginn der erneuten Produktion[Bearbeiten]

Catherine Deneuve sollte ursprünglich Eva Kant spielen, aber sie wurde eine Woche nach Beginn der Dreharbeiten durch Marisa Mell ersetzt.

Dino De Laurentiis entschied sich dafür die Produktion des Films mit einem neuen Regisseur und einem neuen Drehbuch erneut zu starten.[3] Aus diesem Grund entschied er sich den Vertrag mit Italy Film aufzukündigen und Kameras, Kostüme und Waffen die die Firma Italy Film mitzunehmen. Das führte dazu das die Firma Italy Film beinahe bankrott gegangen ist.[3]

Darauf schloss De Laurentiis einen Vertrag mit Paramount Pictures und engagierte Mario Bava als Regisseur. Der Film wurde schließlich mit 200 Millionen Lire produziert, was etwa der Hälfte des ursprünglichen Budgets entsprach.[3] Die Reduzierung des Budgets führte dazu, dass er Adolfo Celi für die Rolle von Valmont und Michel Piccoli für Ginkos Rolle castete. John Philip Law löste bei De Laurentiis nur einen Gefallen ein, nachdem er von diesem für eine Rolle in dem Film Barbarella engagiert wurde. Er kannte beide Comicbücher nicht.[3] Ursprünglich sollte ein amerikanisches Model die Rolle von Eva übernehmen, das aber vor Drehbeginn gekündigt wurde.[4]

Das neue Skript war eine Mischung aus den Comics Sepolto vivo! ("Buried Alive!"), Lotta disperata ("Desperate Fight") und L'ombra nella notte ("Shadow In The Night") der Diabolik-Reihe.[5] Die Autoren waren Dino Maiuri, Brian Degas, Tudor Gates und Mario Bava, von denen die ersten drei bereits an dem Film Barbarellla mitgewirkt haben.[6]

Produktion und Erfolg[Bearbeiten]

Gefahr: Diabolik entstand in der Blue Grotto.

Die Dreharbeiten für die neue Verfilmung von Danger: Diabolik begannen am 11. April 1967. Catherine Deneuve sollte ursprünglich Eva Kant spielen, aber sie wurde eine Woche nach Beginn der Dreharbeiten durch Marisa Mell ersetzt. Sie war die Exfreundin De Laurentiis und wurde ihm von Roger Vadim empfohlen.[4] Allerdings gab es zwischen und ihr und Mario Bava mehrere Streitigkeiten und über sie sagte Mario Bava:

„...there was no chemistry between us. She was very sweet, and a very good actress, but she was simply not right for the part.[4]

Gedreht wurde der Film unter anderem in einer Fiat-Fabrik in Turin, in Rom und in der Blue Grotto in Capri.[7] Eigentlich hatte Bava eine Alptraumhafte Vision des Films vor Augen, aber De Laurentiis wollte eine Familienfreundliche Version haben. Die Dreharbeiten wurden am 18. Juni 1967 fertig gestellt.[5]

Das Filmplakat wurde von Renato Casaro angefertigt und zeigte einen maskierten Mann der dem Pubilikum seine Hand entgegenstreckte auf dem das Wort Diabolik zu sehen ist. Insgesamt konnte der Film 265 Millionen Lire an den Kinokassen einnehmen.

Bedeutung für die Reihe Mystery Science Theater 3000[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mystery Science Theater 3000

Für die Reihe Mystery Science Theater 3000 ist dieser Film ein ganz besonderer Film. Mit diesem letzten Film wurde die Produktion der Reihe nach zehn Staffeln mit der Ausstrahlung des am 8. August 1999 auf Comedy Central beendet. In dieser Episode verliert Pearl Forrester gespielt von Mary Jo Pehl die vollständige Kontrolle über den Satellite of Love (SOL) und der Satelite droht auf die Erde zu stürzen. Pearl hat nur noch die Möglichkeit ihre Lieblingsgefangenen Crow T. Robot, Michael John Nelson, Tom Servo mit Diabolik einen letzten schlechten Film zu senden. Während Gypsy und Cambot versuchen den Absturz auf die Erde abzufedern. Währenddessen versucht Pearl alle Hinweise auf ihr Experiment zu vernichten und trennt nach dem Film die Verbindung zum Satellite of Love. Anschließend gründet Michael zusammen mit Robotern eine WG und sieht sich mit ihnen schlechte Filme wie Die Teufelswolke von Monteville im Fernsehen an.[8]

Die Reihe Mystery Science Theater 3000 wurde 2017 mit neuen Figuren durch eine Kickstarter-Kampange wiederbelebt.

Kritiken[Bearbeiten]

Arte schreibt über den Film:

„Als ungeniert-anarchistischer Film mit starker sexueller Symbolik ist „Gefahr: Diabolik!“ das bis heute unübertroffene Modell der Übertragung eines Comics auf die Filmleinwand. Hier bot sich Bava die ersehnte Möglichkeit, zweidimensionale und künstliche Bilder zu schaffen, in denen alles Täuschung und Illusion ist, einschließlich des Verbrecherpärchens. Eine Ausnahme bilden vielleicht die Nebenrollen, allen voran Michel Piccoli, an deren Talent und Spielfreude kein Zweifel besteht. Wenn man Brian De Palmas Streifen „Das Phantom im Paradies“ (1974) als den Fetischfilm der Siebzigerjahre betrachtet, so ist „Gefahr: Diabolik!“ sein Pendant aus den Sechzigern![9]

Die Webseite Filmflausen schreibt über Gefahr: Diabolik:

„’Gefahr: Diabolik’ funktioniert als quietschige und doch reichlich fiese Variante des ’007’ Themas hervorragend. Wer die ’Fantomas’ und ’Austin Powers’ Filme mag, sollte sich an diesem Sixties-Leckerli unbedingt mal versuchen.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Curti, Roberto (2016). Diabolika: Supercriminals, Superheroes and the Comic Book Universe in Italian Cinema. S. 99 Midnight Marquee Press. ISBN 978-1-936168-60-6.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Curti, Roberto (2016). Diabolika: Supercriminals, Superheroes and the Comic Book Universe in Italian Cinema. S. 100 Midnight Marquee Press. ISBN 978-1-936168-60-6.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Curti, Roberto (2016). Diabolika: Supercriminals, Superheroes and the Comic Book Universe in Italian Cinema. S. 102 Midnight Marquee Press. ISBN 978-1-936168-60-6.
  4. 4,0 4,1 4,2 Curti, Roberto (2016). Diabolika: Supercriminals, Superheroes and the Comic Book Universe in Italian Cinema. S. 103 Midnight Marquee Press. ISBN 978-1-936168-60-6.
  5. 5,0 5,1 Curti, Roberto (2016). Diabolika: Supercriminals, Superheroes and the Comic Book Universe in Italian Cinema. S. 104 Midnight Marquee Press. ISBN 978-1-936168-60-6.
  6. Barbarella (1968). AllMovie. Archiviert vom Original am 20 June 2012. Abgerufen am 6 October 2016.
  7. Curti, Roberto (2016). Diabolika: Supercriminals, Superheroes and the Comic Book Universe in Italian Cinema. S. 114 Midnight Marquee Press. ISBN 978-1-936168-60-6.
  8. Episode Diabolik
  9. Arte-Artikel über den Film
  10. http://www.filmflausen.de/Seiten/diabolik.htm