Gore

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Herschell Gordon Lewis (rechts) mit Rock Savage auf dem Set von Chainsaw Sally (2003)

Das Gore-Genre ähnelt von der Machart sehr dem Splatter. Allerdings setzt das Genre anders als der Splatter auf die detaillierte Darstellung der Zerstückelung von Körperteilen, während beim Splatter die Darstellung von exzessiver Gewalt und Blut im Vordergrund steht. Gore steht für die für die englische Bedeutung von geronnenem Blut und Durchbohren oder Aufspießen. Eine differenzierte Unterscheidung zwischen beiden Genres gibt es kaum.

Filmhistorie[Bearbeiten]

Als Erfinders des Gore-Genres gilt Herschell Gordon Lewis, der zuvor hauptsächlich Nudistenfilme produzierte. 1963 drehte er den Film Blood Feast ab, der von einem Serienmörder erzählt, der jungen Mädchen auflauert, um ihnen Körperteile abzutrennen und um diese der babylonischen Göttin Ištar zu huldigen. Dieser Low-Budget-Film war trotz der ihm nachgesagten schwachen Inszenierung ein Kassenerfolg der über 6 Millionen US-Dollar einspielte. In Deutschland wurde der Film im Jahr 2004 durch das Amtsgericht Karlsruhe nach § 131 StGB wegen seiner Gewaltdarstellung verboten.[1] Der Regisseur drehte relativ schnell weitere Filme wie Two Thousand Maniacs (1964) oder The Wizard of Gore (1970) ab.

1968 arbeitete Regisseur George A. Romero an dem ersten Zombiefilm bei dem Zombies sich von Körperteilen von lebenden Menschen ernährten und diese somit mit einem Zombievirus infinzierten. Es folgten zahlreiche Zombiefilme dieser Machart wie beispielsweise Ein Zombie hing am Glockenseil oder Day of the Dead.

In den 1970er Jahren entwickelte sich aus dem Genre selbst der italienische Gegenentwurf mit dem Mondo- bzw. Kannibalenfilm, der die Gewaltdarstellung nochmals mit Filmen wie Mondo Cannibale (1972) oder Cannibal Holocaust (1979) steigerte.

Ab den 1980er Jahren erreichte das Gore-Genre auch den japanischen Horrorfilm, die mit Filmen The Devil’s Experiment oder Corpse Party für Angst und Schrecken sorgten. Auch in Deutschland werden sehr viele Low-Budget-Filme des Gore-Genres produziert wie beispielsweise Bela Kiss: Prologue oder Barricade von Timo Rose. Beispiele für neuere erfolgreiche Filme des Gore-Genres sind Saw oder Hostel. Die neueren Erfolge werden auch als Torture Porn bezeichnet.

In der japanischen Pornoindustrie wird Gore ebenfalls verwendet, um den Sexualakt im Blutbad oder beim Ausweiden eines Menschen zu zeigen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AG Karlsruhe, Beschluss vom 20. Januar 2004, Az. 31 Gs 134/04.