Heinz Sielmann

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Bildnis Heinz Sielmanns auf seinem Grabstein, gestaltet von Peter Mildner

Heinz Sielmann (* 2. Juni 1917 in Rheydt; † 6. Oktober 2006 in München) war ein deutscher Tierfilmer, Kameramann, Produzent und Publizist.

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Lebenslauf[Bearbeiten]

Sielmann wuchs in Ostpreußen auf und wurde von der dortigen Natur gemäß eigener Aussagen geprägt.[1] 1938 schenkte ihm seine Mutter seine erste Kamera, welche eine Mentor Spiegelreflex-Kamera war.

Nach dem Abitur schenkte ihm sein Vater wiederum seine erste Filmkamera. Mit dieser drehte Sielmann seinen ersten Stummfilm über das Leben der memelländischen Vogelwelt. Assistiert wurde ihm hierbei von dem Kameramann und Freund Georg Schimanski, mit dem er zehn Jahre zusammenarbeitete.[2] Der Film mit dem Titel „Vögel über Haff und Wiesen“ sorgte dafür, dass er zu einem Großornithologenkongress eingeladen wurde.[1]

Daraufhin wurde er von Professor Erwin Stresemann gefördert, er erreichte sogar, dass Sielmann während des Zweiten Weltkrieges nicht zum Fronteinsatz geschickt, sondern auf Kreta versetzt wurde, um dort den Film- und Forschungstrupp zu übernehmen.[1] Dort lernte er auch seinen guten Freund Joseph Beuys kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Sielmann vom Niedersächsischen Ministerium für Landwirtschaft und Forsten den Auftrag, einen Dokumentarfilm zu drehen, in dem die Auswirkungen des Krieges auf die Natur festgehalten wurde. So entstand nun innerhalb von zwei Jahren Produktionszeit der Film „Lied der Wildbahn“, der 1949 veröffentlicht wurde.[3] Im Vorführraum des NDR lernte er Inge Witt kennen, die er am 22. Dezember 1951 heiratete.[3] Sielmann drehte weitere Naturfilme wie „Quick, das Eichhörnchen“ (1952) und „Zimmerleute des Waldes“ (1954), für die er jeweils den Bundesfilmpreis erhielt.

1958 erhielt Sielmann von dem ehemaligen belgischen König Leopold die Genehmigung in Belgisch-Kongo eine Dokumentation über Berggorillas zu drehen. Es war der erste Film der das Leben der Herrscher des Urwaldes dokumentierte. 1962 folgte Galápagos – Landung in Eden, für den er auf der Berlinale 1962 einen mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

In der Zeit von 1965 bis 1990 moderierte Sielmann die Fernsehsendung Expeditionen ins Tierreich, für die er einen großen Anteil des Filmmaterials selbst drehte. Das hinderte ihn nicht, an weiteren Dokumentationen mitzuwirken. Auch für den amerikanischen Dokumentarfilm „Die Hellstrom-Chronik(The Hellstrom Chronicle, 1971) machte Sielmann einige Aufnahmen.

1988 entstand der Film „Tiere im Schatten der Grenze“, in dem er das Leben der Tiere dokumentierte, die in der deutschen-Grenze zwischen Ost- und Westberlin lebten. 1994 wurde die Heinz-Sielmann-Stiftung gegründet.

Heinz Sielmann verstarb am 6. Oktober 2006 in München.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1953 – Deutscher Filmpreis: Filmband in Silber (Regie) für Quick – das Eichhörnchen
  • 1954 – Filmband in Silber für Konzert am Tümpel (1952)
  • 1955 – Filmband in Silber für Zimmerleute des Waldes
  • 1956 – Filmband in Silber für Die Iltiskoppel
  • 1957 – Erster Preis für den besten Farbfilm bei den Filmfestspielen in Cannes für Wiesensommer
  • 1961 – Berlinale: Goldlorbeer-Trophäe für Herrscher des Urwalds
  • 1962 – Berlinale: Silberner Bär für Galápagos – Trauminsel im Pazifik
  • 1962 – Filmband in Gold für Galápagos – Trauminsel im Pazifik
  • 1973 – Bambi
  • 1976 – Goldener Bildschirm
  • 1977 – Goldene Blume von Rheydt
  • 1978 – Franz-von-Assisi-Medaille des Deutschen Tierschutzbundes
  • 1983 – Bambi für den besten abendfüllenden Naturfilm
  • 1986 – Verdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1990 – Bambi
  • 2001 – Görlitzer Meridian Naturfilmpreis
  • 2004 – Verdienstkreuz I. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens
  • 2005 – Verdienstorden des Landes Brandenburg
  • 2005 – Deutscher Umweltpreisfür seine Lebensleistung
  • 2006 – Steiger Award

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Heinz Sielmann – Ein Leben für die Natur
  2. Heinz Sielmann: Mein Weg zu den Tieren, Wilhelm Heyne Verlag München 1975, S. 45
  3. 3,0 3,1 3,2 Sielmanns Leben beschrieben auf der Webseite der Sielmann-Stiftung