Ich fühl mich Disco

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Filmdaten
Originaltitel Ich fühl mich Disco
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 95:10 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Axel Ranisch
Drehbuch Axel Ranisch
Produktion Alexandra Kordes,
Meike Kordes
Kamera Dennis Pauls
Schnitt Milenka Nawka
Besetzung

Ich fühl mich Disco ist ein deutsches Jugendfilmdrama des Regisseurs Axel Ranisch. Der Film feierte am 30. Juni 2013 beim Filmfest München Premiere und startete am 31. Oktober 2013 in den Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Christian Steiffen spielt den Retter in der Not

Der übergewichtige 15-jährige Florian Herbst ist ziemlich ungeschickt und rast mit dem alten Moped in das Auto seines Vaters, dem Schwimmtrainer Hanno Herbst. Während dieser nun wütend zur Arbeit geht, versucht Florians Mutter Monika ihren Sohn damit aufzumuntern, in dem sie diesen als Schlagerstar Christian Steiffen verkleidet und mit ihm zusammen das Lied „Sexualverkehr“ singt. Als Vater Hanno von der Arbeit nach Hause kommt, ist er immer noch stinksauer auf seinen Junior, allerdings besänftigt ihn die Gattin relativ schnell und alles ist wieder in Ordnung. Doch Hanno besitzt ein persönliches Problem mit dem Sohn, glaubt, dass er nichts taugen würde. Währenddessen versucht Monika, ihm immer wieder Hinweise zu geben, das sie glaubt, dass der gemeinsame Sohn schwul sei.

Eines Morgens bricht Mutter Monika zusammen und muss ins Krankenhaus. Dort teilen die Ärzte ihrem Mann mit, dass sie einen schweren Schlaganfall erlitten hätte und ihr Gehirn für immer zerstört sei. Für Vater und Sohn bricht die (fast) heile Welt zusammen. Hanno nimmt den verzweifelten Florian zur Arbeit mit; dort lernt dieser den Turmspringer Radu kennen und lieben. Radu zeigt Florian eine neue Welt und dieser besucht immer wieder seine Mutter, die in Visionen mit Vater und Sohn Kontakt hält.

Eines Abend besäuft sich Hanno in einem Restaurant und trifft dort auf Christian Steiffen, der ihm mit der Hilfe eines Aufklärungsfilms von Rosa von Praunheim den entscheidenen Hinweis gibt, dass Sohn Florian eine „Tunte“ sei. Während dieses Abends verbringt Radu die Nacht bei Florian, masturbiert dort und lädt seinen Freund zum Kuscheln ein. Vater Hanno entdeckt die Jungs und ist sofort überzeugt, dass zwischen ihnen etwas gelaufen sei. Am nächsten Morgen will Radu davon nichts mehr wissen und verlässt fluchtartig das Haus.

Radu ist verwirrt und fühlt sich von Vater Hanno angezogen und abgestoßen. Dieser lädt ihn zum Essen ein, ohne jedoch Florian Bescheid zu geben. Darüber kommt zum Streit zwischen den beiden Jungs sowie zum ersten Kuss zwischen beiden. Florian macht sich berechtigte Hoffnungen, nun mit Radu zusammen zu kommen. Allerdings ist dieser so verwirrt, dass er mit Nele eine Beziehung eingeht und versucht Florian eine Freundschaft aufzubauen. Allerdings macht Radu Florians Gerede so nervös, dass er zusammen mit Nele aus dessen Leben verschwindet.

Hanno versteht sich immer besser mit seinem Sohn, allerdings müssen beide gemeinsam erleben, wie die Geräte, die ihre Mutter am Leben erhalten hatten, abgeschaltet werden. In einer Vision küsst sie ihren Mann Hanno zum Abschied und verstirbt friedlich. Die beiden gehen zum Angeln und besuchen zum Schluss ein Konzert des Schlagerstars Christian Steiffen, der das Lied „Ich fühl mich Disco“ zum Besten gibt. Hierbei sind Szenen aus dem tragischkomischen Leben der beiden zu sehen.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Axel Ranisch beschreibt die Idee des Films wie folgt:

„‚Mach einen Film darüber, womit du dich auskennst.‘ So hat es mein Professor Rosa von Praunheim immer zu uns Studenten gesagt. So ein Film ist ‚Ich fühl mich Disco‘ geworden. Voll von Erinnerungen. Voll von Szenen und Gefühlen, mit denen ich mich hervorragend auskenne: Ein Jugendlicher, der mitten in der Selbstfindung steckt, mit seinem Vater aneckt, seine Sexualität entdeckt und gerade gefunden wieder versteckt. Ein Junge, der einen lieben Menschen verliert, sich oft genug einsam fühlt und in den falschen verliebt … Es ist kaum zu verstecken, dass vieles an diesem Flori dem Axel ähnelt und einiges an Hanno meinem eigenen Papa. Und doch haben sich im Laufe der vier Jahre, die ich an dieser Geschichte gearbeitet habe, die Charaktere emanzipiert. Schließlich haben meine beiden Hauptdarsteller Heiko Pinkowski und Frithjof Gawenda, dieses Vater-Sohn-Gespann mit ganz eigenem Leben, mit Humor, Fantasie und Charme gefüllt.“

Axel Ranisch, disco-film.de, abgerufen am 12. Januar 2015

Soundtrack[Bearbeiten]

Im Film wird hauptsächlich die Musik von Christian Steiffen verwendet:

  • Sexualverkehr → wird auch von Frithjof Gawenda und Christina Große performt
  • Ich hab die ganze Nacht von mir geträumt
  • Ich fühl mich Disco → wird auch von Frithjof Gawenda performt
  • Eine Flasche Bier
  • Hanno, du bist ein Supertyp[1]

Kritiken[Bearbeiten]

„Das Herz und die Wucht, mit denen Ranisch von Floris sanftem Erblühen erzählt, bleiben in Erinnerung.[2]

„Vielleicht ist das die größte Kunst des Filmes: Menschliche Tragödien mit trashigen Szenen zu einer wirren, traurigen und komischen Geschichte zu verarbeiten, deren ironische Brechungen nichts daran ändern, dass sich die Figuren ehrlich lieben.“

Anne-Sophie Balzer: Die Zeit[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.imdb.com/title/tt3131210/soundtrack
  2. Spiegel online
  3. Frühlingserwachen mit Schlagerstar, Die Zeit, 30. Oktober 2013