In Nacht und Eis

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Filmdaten
OriginaltitelIn Nacht und Eis
In Nacht und Eis.jpg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1912
Länge35 bzw. 41 Minuten
Stab
RegieMime Misu
DrehbuchMime Misu
ProduktionMax Rittberger für Continental-Kunstfilm GmbH (Berlin)
KameraWilly Hameister
Emil Schünemann
Viktor Zimmermann
Besetzung

In Nacht und Eis ist ein deutscher Katastrophenfilm über den Untergang der RMS Titanic aus dem Jahr 1912. Regie führte Mime Misu. Bereits einige Monate zuvor wurde mit dem amerikanischen Stummfilm Saved from the Titanic der erste Film über den Untergang der Titanic veröffentlicht. Somit ist er der zweite bekannte Film über die Katastrophe die sich in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912 ereignet hat.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt damit das die Passagiere an Bord gehen und sich auf eine Luxuskreuzfahrt freuen. Aus dem Text wird ersichtlich, dass ein Mann bei diesem Unglück sterben wird, nachdem er mehreren Menschen das Leben gerettet hat. Schließlich, wird das Schiff startklar gemacht und wichtige Schotts werden verschloßen. Das Schiff begegnet bei der Abfahrt auch dem Schiff Kaiserin Auguste Viktoria von der Hamburg-Amerika-Linie.

An Bord des Schiffes, wird die Jungfernfahrt der Titanic durch die Bordkapelle mit dem Lied Home Sweet Home gefeiert. Auch die Passagiere beginnen ihre Freizeit, damit das Schiff zu erkunden und sich mit einigen fröhlichen Spielchen die Zeit zu vertreiben. Währenddessen übergibt Kapitän Edward John Smith, seinem ersten Offizier das Kommando. Auch der Telegrafist übernimmt seine Arbeit und arbeitet fleißig an der Versendung von Telegrammen.

Schließlich kommt die Nacht des 14. Aprils und die Menschen genießen immer noch die Atmosphäre an Bord des Schiffes. Der Kapitän präsentiert sich beispielsweise im Cafe Pariserer, während sich viele Passagiere für Bett fertig machen unter anderem auch die Milliadärsfamilie Soirée, die bis auf ihren Sohn und einem Kindermädchen bei diesem Unglück sterben werden. Der Kesselraum zeigt, die Heizer bei ihrer Arbeit und nichts deutet auf ein Unglück hin.

Als schließlich der erste Offizier, durch sein Fernglas einen Eisberg entdeckt befiehlt er:" Vollkraft rückwärts." Doch der Befehl kommt trotz der Unterstützung des Kapitäns viel zu spät. Das Schiff fährt gegen den Eisberg. Während sich die Passagiere retten möchten, verlässt der Telegrafist nicht seinen Posten und telegrafiert einen Notruf nach dem anderen, während die Bordkapelle das Lied Näher mein Gott zu dir anstimmt.

Von den Rettungsbooten aus ist zu sehen, dass die Schornsteine Feuer ausspucken. Der Kapitän entbindet daraufhin seinen Telegrafisten von seiner Aufgabe, aber er beschließt zusammen mit dem Schiff unterzugehen. Schließlich wird der Kapitän über Bord gespült und rettet einem Passagier das Leben, er selbst schwimmt zu seinem Schiff zurück. Hiermit endet die erhaltene Version des Filmes.

Der Untergang des Schiffes gilt als verschollenes Filmfragment.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Im Vorspann des Filmes ist folgendes zu lesen:"In Nacht und Eis. Seedrama. Lebenswahr gestellt nach authentischen Berichten." Die Arbeitstitel des Films lauteten Der Untergang der Titanic bzw. Titanic.

Der Film wurde bereits im April des Jahres 1912 von der Continental-Kunstfilm angekündigt. Beworben wurde der Film als umfassende Darstellung der ganzen Katastrophe, inklusive des Zusammenstoßes mit dem Eisberg und den dramatischen Szenen an Bord. Die Außenaufnahmen wurden in den Häfen von Hamburg und Cuxhaven gedreht. Das Berliner Tageblatt berichtete in seiner Ausgabe vom 8. Juni 1912 von den Dreharbeiten. Der aus drei Akten (946 Meter) bestehende Film passierte die Filmzensur am 6. Juli 1912.

Der Film feierte am 17. August 1912 seine Filmpremiere. Über den Regisseur des Films, der zum damaligen Zeitpunkt 24 Jahre alt war, ist fast nichts bekannt.

Die Dreharbeiten wurden in Berliner Chausseestraße 123 und auf dem Krüpelsee bei Königs Wusterhausen vorgenommen. Als Kulisse für die Aussenaufnahmen diente die Kaiserin Auguste Viktoria. Durch eine Kippbühne wurde der Wellengang und die Erschütterungen unter Deck veranschaulicht. Über die Dreharbeiten berichtete die Presse:„Wasser, Dampf, Feuer, Rauch und alles mögliche erfüllt die Luft. Man sieht schrecklich Verunglückte über den Unglücksort hinweg, und während das stockende Herz lähmenden Schreck verursacht, ruft ein vermeintlich wahnsinnig Gewordener: ‚Noch mehr Feuer! Der andere Kessel muß auch explodieren! Laßt die Menschen ersaufen! Mehr Wasser!’“ [1]

Der Film galt für viele Jahre als verschollen. Allerdings wurde er im Zuge des Booms um den Film Titanic aus dem Jahr 1997 von James Cameron von einem Privatsammler in seiner Filmsammlung in einer colorierten Version wieder entdeckt.

Der Film gilt als Tricktechnischer Meilenstein, der deutschen Filmgeschichte war auch in Amerika äußerst erfolgreich. Regisseur Mime Misu hingegen konnte nicht

Historische Ungenauigkeiten[Bearbeiten]

Der Film enthält im Gegensatz zur Aussage in seinem Vorspann, dass hier alles authenisch dargestellt einige historische Fehler.

  • Die Heizkessel explodierten nicht, während das Schiff sank.
  • Der Kapitän wurde nicht Zeuge der Kollision, sondern war damals in seiner Kabine.
  • Im Film sieht die Besatzung den Eisberg mit einem Fernglas, während die Besatzung im Ausguck in Wirklichkeit keine Fernglässer zur Verfügung gestellt bekommen haben.
  • Im Film werden die Passagiere bei der Kollision nach vorne geworfen, aber in der Realität war die erste Erschütterung kaum zu spüren.
  • Die Männer des Ausgucks kommunzierten mit der Brücke durch das Telefon und nicht dadurch, dass die Informationen durch Geschrei preisgaben.
  • Der Film vermittelt, den Eindruck, dass der Eisberg das Schiff in der Backbordseite getroffen hat, allerdings wurde bei der Katastrophe die Steuerbordseite getroffen.

Kritik am Film[Bearbeiten]

Kay Weniger bezeichnete den Film im großem Personenlexikon des Films als "filmischen Schnellschuß". [2]

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Eintrag bei Kultur in Potsdam
  2. Das große Personenlexikon des Films, Band 7, S. 199, Berlin 2001