Jan Fedder

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Jan Fedder bei der Goldenen Kamera 2012
Jan Fedder vor dem Hamburger Michel

Jan Fedder (* 14. Januar 1955 in Hamburg; † 30. Dezember 2019 ebenda)[1] war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Bekannt wurde er durch die Darstellung norddeutscher Charaktere, insbesondere des Polizisten ‚Dirk Matthies‘ in der Fernsehserie Großstadtrevier.

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Lebenslauf[Bearbeiten]

Jan Fedder wurde als Sohn des Kneipenbesitzers Adolf Fedder und dessen Frau Gisela, einer Tänzerin, in Hamburg-St. Pauli geboren und begann im Alter von sieben Jahren im Knabenchor als Sopran des Hamburger Michels mitzusingen.[2] Sein Bruder Oliver war bei seiner Geburt bereits sieben Jahre alt.[3]

Im Alter von 10 Jahrnen begann er eine Schauspielausbildung und nahm auch Ballettunterricht. Eine seiner Stationen war das Kindertheater "Klecks" bei dem über 20 Jahre aktiv war. Als 13-Jähriger stand er erstmals in der Serie Reisedienst Schwalbe in einer kleinen Rolle vor der Kamera. Später war er auch am Ernst-Deutsch-Theater tätig.

Bis 1979 hatte eher in kleinere Fernsehauftritte unter anderem in der Serie Sonderdezernat K1 oder Ein Mord am Lietzensee. 1976 synchronisierte er Gérard Boucaron in dem Film Brust oder Keule. 1980 erhielt er die Rolle des ‚Bootsmannsmaats Pilgrim‘ in dem Film Das Boot, diese Rolle machte ihn auch international bekannt. Eine seiner bekannteren Rollen hatte unter anderem im TatortDas Mädchen auf der Treppe. Ferner war er auch in dem Film Didi – Der Experte zu sehen.

1990 erhielt er die Rolle von Dirk Matthies in der Serie Großstadtrevier, die er bis zu seinem Tod regelmäßig übernahm. Hier war er an der Seite von Peter Heinrich Brix und Edgar Hoppe regelmäßig zu sehen. Für seine Rolle als Dirk Matthies wurde er mehrfach zum Ehrenkommissar ernannt. Im gleichen Jahr synchronisierte er mehrere Figuren in dem Film Werner – Beinhart!. 1997 übernahm er die Rolle des Bauern ‚Kurt Brakelmann‘ in der Serie Neues aus Büttenwarder. Hier stand er wieder neben Peter Heinrich Brix vor der Kamera. Diese Figur verkörperte bis zum Jahr 2019. 1999 übernahm er die Synchronisation des Rockers Herbert in dem Film Werner – Volles Rooäää!!! dessen Figur. Zu seinen wichtigsten Filmen gehört der 2008 entstandene Film Das Feuerschiff nach dem Roman von Siegfried Lenz und die Filmkomödie Soul Kitchen aus dem Jahr 2009. 2012 übernahm er die Rolle des Pfarrers Stefan Book in dem Film Der Hafenpastor, der in den Jahren 2015 und 2016 Fortsetzungen erhielt.

Neben seiner Arbeit als Schauspieler war er auch als Leadsänger bei der Band Big Balls and the great white idiot tätig, mit der zwei CDs veröffentlichte. 2007 begann er damit sich als Botschafter für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zu engagieren.[4] Seit 1997 lebte er auf einen kleinen Bauernhof in Ecklak. Im Jahr 2000 heiratete er seine Ehefrau Marion.

Jan Fedder bekannte sich in Interviews zu seinem starken Alkohol- und Zigarettenkonsum.[5] Im Jahr 2012 wurde bei ihm ein Mundhöhlenkarzinom festgestellt, woraufhin er das Rauchen aufgab und sich einer Strahlentherapie unterziehen musste. Während dieser Zeit pausierte er seine Tätigkeit als Schauspieler.[6] 2016 sorgte ein Sturz für mehrere Knochenbrüche und er war seit längerem auf einen Rollstuhl angewiesen.[7][8]

Er verstarb am 30. Dezember 2019 in seiner Wohnung.[9][10] Die Trauerfeier fand am 14. Januar 2020 im Hamburger Michel statt.[11]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1998 CD mit den Big Balls Aus Bock
  • 2004 CD mit den Big Balls Fedder geht’s nicht

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1999 Ehrenkommissar der Polizei Schleswig-Holstein
  • 2000 Ehrenkommissar der Hamburger Polizei
  • 2003 Ehren-Schleusenwärter (Hamburg)
  • 2005 Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei
  • 2005 Beliebtester Schauspieler des Nordens (NDR)
  • 2006 Deutscher FernsehpreisBester Schauspieler Fernsehfilm (Hauptrolle) für Der Mann im Strom (ARD/NDR)
  • 2007 GdP-Stern 2006 (Gewerkschaft der Polizei)
  • 2008 Beliebtester Schauspieler des Nordens (NDR)
  • 2010 Niederdeutscher Literaturpreis der Stadt Kappeln (gemeinsam mit Peter Heinrich Brix)
  • 2010 Norddeutscher Filmpreis im Rahmen der Nordischen Filmtage
  • 2013 Hamburger des Jahres für sein Lebenswerk (Privatsender Hamburg 1)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]