Kinemathek

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Beispiel für eine Filmsammlung im Cinemateca Portuguesa

Der Begriff Kinemathek (manchmal auch: Cinemathek) steht für folgende Dinge:

  • eine Sammlung von Filmen (Filmarchiv; auch: Filmothek);
  • ein Filmmuseum;
  • den organisatorischen Träger dieser Sammlungen oder Museen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Kinematheken[Bearbeiten]

Die Idee der Kinematheken geht auf darauf zurück, das alte Filme von den damaligen Filmfirmen oder deren Liquidatoren vernichtet wurden. Ein sehr bekanntes Beispiel ist das Émile Reynaud seine Filme und seine Erfindung des Théâtre Optique zerstörte und die Seine warf.[1] Auch andere Filmfirmen verkauften die Filme als neues Material für Schuhe. Ferner wurden manche Filme auch bei Branden zerstört, die durch damalige Filmmaterial des Nitratfilms sehr leicht entflammbar waren.[2] Ein bekanntes Beispiel hierfür ereignete sich auf der Weltausstellung 1897 in Paris.[3]

Auf der ganzen Welt kam schließlich der Wunsch auf, die alten Filme zu archivieren und zu schützen. In Großbritanien wurde schließlich 1933 das British Film Institute gegründet. In Frankreich gründeten Henri Langlois und Georges Franju den Filmclub Cercle du cinéma, das später in Cinémathèque française umbenannt wurde.[4][5] Henri Langlois und Georges Franju versuchten Filme zu retten, die von den Filmfirmen weggeworfen wurden.

In New York wurde im gleichen Jahr im Museum of Modern Art die Film Library errichtet. Henri Storck, André Thirifays und Pierre Vermeylen gründeten in Belgien das Cinémathèque Royale de Belgique. In Frankreich wurde des weiteren das Fédération Internationale des Archives du Film gegründet um alte beschädigte Filme zu restaurieren.

Kinemathekenbund in Deutschland[Bearbeiten]

Hauptartikel: Deutscher Kinematheksverbund

In Deutschland gibt es den Deutschen Kinematheksverbund in dem mehrere Filminstitute wie die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, die DEFA-Stiftung und ähnliche Vereinigungen vertreten sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Dominique Auzel: Émile Reynaud et l'image s'anima. Biographie mit Farbfotografien. Editions du May, 1992 (ISBN 2-906450-72-3); mit Schwarz-Weiß-Fotografien, Dreamland éditeur, 2000 (ISBN 2-910027-37-6)
  2. http://www.klaus-kramer.de/nitrofilm/nitratfilm_top_04-09.html
  3. http://www.klaus-kramer.de/nitrofilm/nitratfilm_top_04-09.html
  4. Lotte Eisner: Ich hatte einst ein schönes Vaterland. München: dtv, 1988
  5. Laurent Mannoni: Histoire de la Cinémathèque française : L’amour fou du cinéma, Paris: Éditions Gallimard, 2006, ISBN 2070774449