L’inferno

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Filmdaten
Originaltitel L’inferno
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1911
Länge 68 Minuten
Stab
Regie Francesco Bertolini, Adolfo Padovan und Giuseppe De Liguoro[1]
Drehbuch Dante Alighieri
Produktion Milano Films
Besetzung

L’inferno ist ein italienischer Stummfilm aus dem Jahr 1911, der als erster italienischer Langfilm mit einer Laufzeit von 68 Minuten in die italienische Filmgeschichte einging. Der Film selbst basiert lose auf Dantes Göttlicher Komödie.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Dante Alighieri sieht sich selbst in einem Wald in dem er einem Panther, einem Löwen und einem Wolf begegnet. Währenddessen wird der bereits verstorbene Poet Virgilio von Beatrice damit beauftragt Dante sicher durch die Hölle zu führen. Virgilio selbst war ein gottesfürchtiger Mann, der in der Zeit vor Jesus Christus lebte und in einem sicheren Bereich der Hölle leben muss.

Zusammen mit ihm ergründen sie die sieben Ebenen der Hölle, in der sie nackten Menschen begegnen, die einmal mächtig und bedeutsam waren wie Cleopatra oder der Religionsstifter Mohammed, der seinen Kopf tragen muss. Daneben begegnen sie Monstern und Dämonen, die ihnen allerdings nichts anhaben können, da sie vom heiligen Geist beschützt werden. Als sie schließlich Luzifer begegnen, sehen sie wie er gerade Verräter wie Judas Ischariot mit seinen drei Mäulern immer wieder zermalt. Sie erreichen schließlich den Ausgang der Hölle und sehen den neuen Morgen.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Ursprung für die Szene in der Dante auf Virgilio trifft

Die Produktion des Films dauerte insgesamt drei Jahre.[1] Seine Uraufführung erlebte der Film am 10. März 1911 im Teatro Mercadante von Neapel. Der Film selbst hält sich deutlich an die bildlichen Darstellungen des Künstlers Gustave Doré, der eine Edition von Dantes Göttlicher Komödie mit Bildern ausstattet.[2]

Der Film enthält zahlreiche Spezialeffekte wie beispielsweise einen dreiköpfigen Höllenhund oder Mohammed der seinen Kopf in den Händen hält.[3]

International konnte sich der Film vor allem in den USA behaupten und nahm an den amerikanischen Kinokassen insgesamt 2 Millionen US-Dollar einnehmen. Aufgrund der Länge des Films konnten die Preise für die Eintrittskarten erhöht werden.[3] Der ursprüngliche Soundtrack des Films wurde von Raffaele Caravaglios komponiert. Später erhielt der Film einen neuen Soundtrack von Tangerine Dream oder von Cineteca di Bologna.

Die Autorin Nancy Mitford sah den den Film im Jahr 1922 und war von dem Film so beeindruckt, dass sie einige Zwischentitel in einem Brief übernahm und die Leiden der Menschen zusammenfasste. Der Brief wurde in der Biografie "Nancy Mitford" von Harold Acton abgedruckt. [4]

Die Höllenszenen des Films wurden später für weitere Filme wie Hell-O-Vision von Dwain Esper, Go Down, Death!‎ oder Inauguration of the Pleasure Dome wiederverwendet.[5][6] Aufgrund der Nacktszenen musste Go Down, Death um eine Szene gekürzt werden in der eine weibliche Brust zu sehen ist. Diese Szene stammte aus L’inferno. [6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Welle, John P. "Early Cinema, Dante's Inferno of 1911, and the Origins of the Italian Film Culture." Dante, Cinema, and Television. Ed. Amilcare A Iannucci. University of Toronto Press, 2004. 36. Book.
  2. Peter Bondanella: A History of Italian Cinema. Continuum International Publishing Group, New York 2009, ISBN 978-1-441-16069-0.
  3. 3,0 3,1 Antonella Braida: Dante on View: The Reception of Dante in the Visual and Performing Arts. Ashgate Publishing, Aldershot, England 2007, ISBN 978-0-7546-5896-2, S. 47–49.
  4. Harold Acton: Nancy Mitford. Gibson Square, 2010.
  5. Looney Dennis: Dante, Cinema, and Television. University of Toronto Press, 2004, ISBN 0-8020-8601-2, S. 135–36.
  6. 6,0 6,1 Judith Weisenfeld: Hollywood Be Thy Name: African American Religion in American Film, 1929-1949. University of California Press, 2007, ISBN 978-0-520-22774-3, S. 115–19, 127–28.