Mickys Weihnachtserzählung

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Filmdaten
Deutscher TitelMickys Weihnachtserzählung
OriginaltitelMickey's Christmas Carol
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1983
Länge25 Minuten
AltersfreigabeFSK o. A.
Stab
RegieBurny Mattinson
DrehbuchVorlage Charles Dickens (A Christmas Carol)
ProduktionWalt Disney Pictures
MusikIrwin Kostal
Besetzung
  • Ebenezer Scrooge (Dagobert Duck = Scrooge McDuck)
  • Bob Cratchit (Micky Mouse)
  • Jacob Marleys Geist (Goofy)
  • Neffe Fred (Donald Duck)
  • Belle (Daisy Duck)
  • Geist der vergangenen Weihnacht (Jiminy Cricket) u.a.

Mickys Weihnachtserzählung ist ein US-amerikanischer Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1983 mit Dagobert Duck als Ebeneezer Scrooge in der Hauptrolle. Der Film basiert auf dem berühmten Buch Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens.

Die Besetzung des Films stellt ein Crossover zahlreicher Disneyfiguren aus Disney-Meisterwerken wie Pinocchio, Basil, der große Mäusedetektiv oder Fröhlich, Frei, Spaß dabei dar. Seine Weltpremiere feierte der Film am 20. Oktober 1983 in Großbritannien.[1] Nach Deutschland kam der Film bereits am 26. November 1983. In den USA feierte der Film seine Premiere erst am 16. Dezember 1983.[1] Der Film wurde unter anderem als Vorfilm für die Wiederveröffentlichung von Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei verwendet.[2] Für Micky Maus der in diesem Film die Rolle von Bob Cratchit verkörperte war dieser Kurzfilm die Rückkehr auf die Kinoleinwand nach seinem letzten Cartoonauftritt in Die einfachen Dinge aus dem Jahr 1953.[3]

Inhaltsverzeichnis

Handlung[Bearbeiten]

Ebenezer Scrooge ist ein verbitterter, reicher und vor allem gieriger Pfandleiher in London des Jahres 1843, dessen gieriger Geschäftspartner Jacob Marley (gespielt von Goofy) bereits vor drei Jahren gestorben ist. Scrooge hatte ihn aus Kostengründen nicht begraben lassen, wie es Jacob testamentarisch verfügt hatte. Er hatte stattdessen eine kostengünstigere Seebestattung durchführen lassen. Sein Buchhalter ist der beherzte und bescheidene Bob Cratchit der ihm auch die Wäsche wäscht.

An diesem Weihnachtstag ist Ebenezer besonders verstimmt, da die Menschen das Geld verschleudern und den Armen Geld spenden. Ebenezer beschimpft das Fest als Humbug und gönnt seinem Mitarbeiter einen halben Urlaubstag nur mit einer Lohnkürzung für diesen Tag. Nachdem er einige Spendensammler und seinen Neffen Fred Honeywell (gespielt von Donald Duck) weniger elegant hinausgeworfen hat, kehrt er in seinem einsames und kaltes Haus zurück. Dort verwandelt sich sein Türknopf in das Gesicht seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley. Er erblickt ihn schließlich und erhält von ihm die Mahnung sich zu ändern, ansonsten wird er als Gefangener des Geldes in die jenseitige Welt einziehen. Um ihn zu ändern, sollen nach Mitternacht drei Geister erscheinen.

Verängstigt legt sich Scrooge ins Bett und erlebt wie der Geist der vergangenen Weihnacht (gespielt von Jiminy Cricket) ihn in die Vergangenheit befördert. Er sieht wie er als Lehrling bei Mr. Fezziwig (gespielt von Mr. Toad) gearbeitet hat und sich in Bella (gespielt von Daisy Duck) verliebt hat. Einige Jahre später verändert sich sein Charakter und er beginnt das Geld zu lieben und setzt seine große Liebe mit einem Pfändungsbescheid auf die Straße.

Kurz darauf erwacht er wieder in seinem Bett und der Geist der gegenwärtigen Weihnacht (gespielt von Willie, der Riese) zeigt ihm, wie Bob Cratchit mit seiner Familie in armseligen Verhältnissen Weihnachten feiert. Der kleine Tiny Tim kommt gerade von heiligen Messe nach Hause und freut sich über den kleinen Braten den es gibt. Tim ist sehr krank und hat ein lahmes Bein. Scrooge begreift, dass er einen Fehler gemacht hat und der Geist der gegenwärtigen Weihnacht verschwindet.

Kurz darauf erscheint der schweigsame Geist der zukünftigen Weihnacht (gespielt von Kater Karlo) der sich hinter einer Kapuze verbirgt. Die beiden befinden sich dem Friedhof von London. Scrooge fragt ihn nach der Zukunft des kleinen Tims und dieser zeigt auf dessen Grab, an dem Bob Cratchits Familie steht. Daneben wird völlig unbemerkt ein Mann von Totengräbern (gespielt von den Wieseln) verscharrt, dessen Beerdigung niemanden interessiert. Auf die Frage wessen Grab das ist, zündet sich der Geist eine Zigarre an und sagt ihm, dass dieses Grab seines wäre. Er stürzt hinab und wacht wieder in seinem Haus auf.

Scrooge beginnt das Weihnachtsfest zu lieben und spendet einen Teil seines Geldes für wohltätige Zwecke und freut sich auf die Einladung seines Neffen. Daneben besorgt er für die Familie seines Buchhalters zahlreiche Geschenke und überrascht diesen. Scrooge macht ihn zu seinem Geschäftspartner und erhöht seinen Lohn.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Für den Trickfilmzeichner Mark Henn war dieser Film etwas ganz besonderes, er durfte bei seinem ersten Film als Hauptzeichner arbeiten, nachdem er bei Filmen wie Cap und Capper als Assistent mitgewirkt hat. Er übernahm die Zeichnerarbeiten an Micky Maus, wobei die Friedhofszene sehr emotional angelegt wurde.[4] Inspiriert wurde er unter anderem von Originalzeichnungen zu dem Film Fröhlich, Frei, Spaß dabei von Fred Moore.[5] Mark Henn bezeichnet Micky als Tom Hanks der Cartoonwelt.[4] Weitere Zeichner waren Glen Keane, Ed Gombert, Dale Baer, David Block, Randy Cartwright und Kathy Zielinski.

Regisseur Burny Mattinson entschied sich für ein Crossover zahlreicher Disney-Stars wie Willie, der Riese oder Kater Karlo die seit vielen Jahren nicht mehr auf der Leinwand zu sehen waren.[5] Burny Mattinson wollte, dass die Zeichner Spaß mit ihrem jeweiligen Charakter hatten und gab ihnen die Möglichkeit ihren Charakter oder Szene speziell zu entwickeln.[5]

Das Micky Maus die Rolle von Bob Cratchit erhielt, lag an seinem Charakter, der immer den unkompliziersten Weg zu gehen versucht, um eine Situation zu retten. Donald Duck wäre für diese Rolle ungeeignet gewesen, da er Scrooge jede Menge Widerworte gegeben hätte und sich nicht still wieder an seine Arbeit gesetzt hätte, wie es Bob Cratchit oder Micky Maus tun würden.[5] Dagobert Ducks Rolle als Scrooge kommt alleine schon aus seiner Entwicklung, da Ebenezer Scrooge als Vorbild von Dagobert Duck angesehen wird, im englischen Originalnamen heißt er Scrooge McDuck.[6] Erfunden wurde er von Carl Barks der neben zahlreichen Disney-Comics auch viele Cartoons entwickelt hat. Sein erster Auftritt war in dem Comic Die Mutprobe (Originaltitel: Christmas on Bear Mountain) als Nebenrolle. Eine Art Prototype von Dagobert Duck ist im Cartoon The Spirit of ’43 zu finden.[7] Die Eröffnungsszene des Films ist angelehnt an ein Gemälde von Carl Barks mit dem Titel The Season To Be Jolly, in dem Dagobert Duck mit einem Sack voller Geld die Straße heruntergeht. Gezeichnet wurde Dagobert von David Block der beim Zeichnen den ersten Szenen in denen Dagobert zusammengekauert die Münzen zählt ebenfalls sehr zusammengekauert beim Zeichnen war, während er bei den fröhlichen Szenen sehr beschwingt war.[5]

Wayne Allwright übernahm für diesen Film erstmals die Stimme von Micky Maus, während Clarence Nash seine Stimme zum letzten Mal Donald Duck lieh. Wayne Allwright war nach Walt Disney und Jimmy MacDonald der dritte Synchronsprecher der Micky seine Stimme lieh.[5]

Bereits 1974 gab es eine Schallplatte mit dem Namen An Adaptation of Dickens' Christmas Carol in der Dagobert Ducks Rolle von Ebenezer von Alan Young gesprochen wurde. Er sprach seinen Charakter ebenfalls im Film. Insgesamt wurde der Film mit einem geschätzten Budget von 3 Millionen US-Dollar produziert.[8]

Ehrungen[Bearbeiten]

Synchronisation[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Veröffentlichungsdaten auf der IMDb
  2. Kinoplakat für beide Filme plus Veröffentlichungsdaten beider Filme
  3. Dokumentation über die Produktion des Films aus dem Jahr 1983.
  4. 4,0 4,1 Disney Treasure: Mickys Cartoon Comeback
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Making of Mickeys Christmas Carol
  6. Vgl. etwa Alberto Becattini: Barks und die Quellen seiner Inspiration, in: Carl Barks – Der Vater der Ducks, S. 138–145 (S. 138).
  7. Andreas Platthaus: Herzlichen Glückwunsch, Herr Duck!, in: 60 Jahre Onkel Dagobert, S. 4–7 (S. 4).
  8. IMDb-Eintrag