Robert und Bertram (1939)

Aus Film-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
OriginaltitelRobert und Bertram
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1939
Längeungekürzt: 83 Minuten
gekürzt: 72 Minuten
AltersfreigabeFSK früher Vorbehaltsfilm
Stab
RegieHans H. Zerlett
DrehbuchGustav Raeder (Vorlage)
Hans H. Zerlett (Drehbuch)
ProduktionHelmut Schreiber
MusikLeo Leux
KameraFriedl Behn-Grund
SchnittElla Ensink
Besetzung

Robert und Bertram ist eine musikalische Komödie aus dem Jahr 1939. Der Film wurde vor allem während der Dreharbeiten in der deutschen Filmzeitschrift Filmwoche stark beworben[1] und gilt als ein Wegbereiter des antisemitischen Films.[2] Regie führte Hans H. Zerlett.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 1839 lebt Michael in einem kleinen Dorf und hat sich in die schöne Wirtstochter Lenchen verliebt. Auch sie hegt diese Gefühle für ihn, aber sie hält ihn für zu weich. Daneben bemüht sich der scheinbar vermögende Herr Biedermeier intensiv um ihre Hand. Schließlich muss Michael seinen Militärdienst ableisten.

Währenddessen verbringt ein Vagabund namens Robert seine Zeit im Gefängnis und versucht die Gitterstäbe zu lösen. Kurz darauf wird ein weiterer Vagabund namens Bertram verhaftet. Dort macht er sich erstmal richtig gemütlich und erlebt, wie sich Robert durch seine Decke bohrt. Zur gleichen Zeit betrinkt sich Michael zusammen mit seinem Onkel dem Gefängnisverwalter. Als sie nach den Gefangenen sehen möchten, müssen sie feststellen, dass Bertram entkommen ist. Sie stürmen in die Zelle von Robert und werden von beiden eingeschlossen. Gemeinsam fliehen die Ausbrecher in das nächste Dorf.

Dort werden sie von Lenchen für eine Hochzeitsfeier als Spülkräfte engagiert. Von ihrem Spültisch aus beobachten sie, wie Herr Biedermeier den Vater von Lenchen erpresst. Schließlich werden Robert und Bertram von der Polizei verhört, aber diese kann aus ihren Antworten nur entnehmen, dass es sich bei den Vagabunden um Bänkelsänger handeln muss. Also werden sie aufgefordert ein Lied zu spielen. Sie stehlen die Brieftasche von Herrn Biedermeier und fliehen mit den Pferden der Polizei. Als sie die Brieftasche untersuchen, stellen sie fest, dass Vermögen von Herrn Biedermeier wurde ihm von Herrn Konsul Nathan Ipelmeyer geliehen.

In Berlin treffen sie auf den Konsul und dort stellt sich Robert als Graf von Monte Christo vor, während Bertram sich als Musik-Professor Müller ausgibt. Herr Müller und der Graf werden, nachdem der Konsul sich als Israelit geoutet hat, zu einem Maskenball eingeladen.

Auf diesen Maskenball versucht der Konsul mit dem Grafen ins Geschäft zu kommen. Während der Feier stehlen Robert und Bertram sämtlichen Schmuck, der Familie Ipelmeyer. Da der Konsul eine Affäre mit einer hübschen Tänzerin, in die sich der Hausarzt der Famile Ipelmeyer verliebt hat, hat, verabreicht dieser ihm anstelle eines Potenzmittels ein Schlafmittel. Der Konsul schläft, während die Familie den Diebstahl bemerkt und deswegen Robert und Bertram verfolgt.

Schließlich senden sie diesen Schmuck an Lenchen, damit diese etwas gegen die boshaften Pläne von Herrn Biedermeier in der Hand hat. Am gleichen Tag kommt auch Michael zurück, der sich in einen stattlichen Mann verwandelt hat. Sie verloben sich und gehen auf eine „Große Schau der Thiere“. Dort verstecken sich Robert und Bertram verkleidet als Frauen vor der Polizei. Sie werden von einem Polizisten entdeckt, der mit ihnen intensiv flirtet und feststellen muss, dass es sich bei den beiden um die gesuchten Verbrecher handelt. Sie fliehen wiedermals mit einem Heißluftballon und landen vor der Himmelstür.

Elemente der NS-Propaganda[Bearbeiten]

Der Film enthält einige NS-Propaganda-Merkmale. Zum einen sind die Figuren rund um die Familie Ipelmeyer sehr eindimensional übertrieben jüdisch gezeichnet. Dem steht allerdings gegenüber, dass er und seine Familie in diesem Film nicht die Bösewichte sind, sondern nur die Menschen, die einen Fehler gemacht haben und mit dem Diebstahl von Robert und Bertram bestraft wurden. Der eigentliche Bösewicht für diesen Film ist Herr Biedermeier, der sich auf ein Geschäft mit dem Juden Ipelmeyer eingelassen hat.

Des Weiteren wird die militärische Ausbildung für den Film sehr hochstilisiert, beinahe romantisiert, da sich aus dem Träumer Michael im Verlaufe des Films ein wahrer und stattlicher Mann entwickelt.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Stück Robert und Bertram von Gustav Raeder. Hierfür wurden einige Elemente des Stücks verändert. Der Film entstand komplett im Filmstudio der Tobis Film. Die Illusion einer frühlingshaften Umgebung wurde von den Filmarchitekten Erich Zander und Karl Machus mit Hilfe von detailverliebten Designs erschaffen. Die Blätter eines Baumes wurde beispielsweise mit 40.000 Papierblättchen zusammengebastelt.[3] Laut den Berichten der Filmwoche entstand der Film mit viel Spielfreude und guter Laune.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]