RoboCop

Aus Film-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel RoboCop
Originaltitel RoboCop
Robocop-logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 102 bzw. 103 (unrated Director’s Cut) Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Paul Verhoeven
Drehbuch Michael Miner
Edward Neumeier
Produktion Jon Davison
Stephen Lim
Musik Basil Poledouris
Kamera Jost Vacano
Sol Negrin
Schnitt Frank J. Urioste
Besetzung

RoboCop ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm des Jahres 1987, der unter der Regie von Paul Verhoeven entstand. Der Film stellt eine Satire sowie die erste Regiearbeit Verhoevens dar, die in den USA entstand.

Der Film zog zwei direkte Fortsetzungen und mehrere Fernsehserien nach sich. Daneben entstand im Jahr 2014 ein Remake des Films unter der Regie von José Padilha.

Handlung[Bearbeiten]

Cosplayer der sich als RoboCop verkleidet hat.

In der nahen Zukunft Detroits ist die dortige Polizei von dem mächtigen Konzern Omni Consumer Products (OPC) aufgekauft worden. Der Konzern kontrolliert somit nicht nur die Polizei, sondern damit auch die ganze Stadt. Der Plan des Konzerns ist es, Detroit in eine moderne und sichere Stadt zu verwandeln. Das Projekt wird unter dem Namen „Delta City“ vermarktet und betrieben. Die Polizei selbst steht vor dem Problem, dass ein Copkiller dafür sorgt, dass in regelmäßigen Abständen Polizeibeamte getötet werden. Aus diesem Grund hat der OPC-Konzern, unter der Federführung von Richard „Dick“ Jones, den Polizeiroboter ED-209 entwickeln lassen. Dieser stellt eine gewaltige Waffe dar, die eigenständig erkennen soll, wenn ein Verbrechen geschieht. Allerdings kommt es bei der Präsentation des Prototypen dazu, dass dieser versehentlich einen Menschen tötet. Daraufhin entscheidet sich Robert Morton dafür selbst, sein eigenes Projekt, den RoboCop, vorzustellen. Dieser stellt einen Cyborg-Polizeibeamten dar, der alle bekannten Vorteile von Technik und der Menschheit miteinander verbinden soll.

Kurz darauf ist Officer Alex J. Murphy nach Detroit versetzt worden. Er soll dort zusammen mit Officer Anne Lewis auf Streife gehen und seine Arbeit verrichten. Allerdings werden beide zu einem Banküberfall gerufen und treffen dort auf Clarence Boddicker, einem sadistischen Anführer von einer kriminellen Gruppe, der Murphy schließlich in eine Falle lockt und tödlich verletzt. Anne Lewis versucht Hilfe zu holen, doch die Ärzte können nichts für mehr für diesen tun. Sein Leichnam wird der OCP zur Verfügung gestellt und die Firma implantiert diesem schließlich die Körperteile eines Cyborgs und erweckt ihn so als Maschine wieder zum Leben.

Der so entstandene RoboCop wird schließlich als Polizist aktiviert und befreit beispielsweise den Bürgermeister aus dessen Entführung. Während alle in ihm nur die Maschine sehen, erkennt Anne Lewis in ihm ihren verstorbenen Kollegen. Kurz nach einigen Erfolgen in der Verbrechensbekämpfung beginnt der RoboCop sich an bildhafte Teile seiner Vergangenheit zu erinnern und davon zu träumen. So beginnt er sich an seinen Sohn und an seine Frau zu erinnern, sucht nochmals die Orte aus seiner Vergangenheit als Mensch auf und erinnert sich an immer mehr Details. Währenddessen wird Robert Morton von Clarence Boddicker zusammen mit seiner Villa in die Luft gesprengt.

Schließlich spürt der RobiCop seine einstigen Mörder in einer Produktionsstätte für Drogen auf, tötet die Drogenhersteller und nimmt Boddicker fest. Dieser verrät ihn vor lauter Angst den Namen seines Auftraggebers: Dick Jones. Der RoboCop erstürmt die OCP-Zentrale und versucht dort Jones zu verhaften; doch wurde er so programmiert, dass er Mitarbeiter der OCP nicht verhaften kann und muss nun gegen das konkurrierende System, den ED-209, kämpfen.

Dick Jones sorgt dafür das Clarence Boddicker zusammen mit den Gehilfen entlassen wird und dieser einige schwere Militärwaffen erhält. Mit diesen soll Boddicker den RoboCop eliminieren, allerdings gelingt es diesem, zusammen mit Anne Lewis, seine Gegner zu töten und zur Zentrale der OCP zu fahren. Dort wird er von einem ED-209 empfangen, den der RoboCop mit Leichtigkeit auslöschen kann. So platzt er schließlich in eine internen Firmenkonferenz herein und beschuldigt dort Richard „Dick“ Jones, das dieser hinter dem Mord an Robert Morton steckt. Mit einer Videoaufnahme kann der RoboCop den Beweis für den von ihm gemachten Vorwurf erbringen. Der so Überführte nimmt schließlich seinen Firmenchef als Geisel, nachdem er von diesem entlassen wurde. Somit hat der RoboCop die Chance, Jones zu töten und zu seinen eigentlichen Aufgaben zurückzukehren.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Die Idee zu RoboCop kam Edward Neumeier und Michael Miner, als diese ein Filmplakat für den Film Blade Runner sahen. Beide arbeiteten daraufhin an verschiedenen Drehbüchern, in denen ein Roboter mit Superkräften vorkam, und somit verschmolzen beide Ideen zu einer. Das Drehbuch wurde auf Grund des Erfolges von Terminator des Studios Orion Pictures sofort gekauft, das einen weiteren Science-Fiction-Film in die Kinos bringen wollte. Der Titel des Films sorgte dafür, dass die Suche nach einem Regisseur schwierig wurde und von diesen abgelehnt. Über den Titel sagte Produzent Jon Davison folgendes:

„Alle stießen sich an dem Titel, der zugegeben albern war.“[1]

1985 hatte Paul Verhoeven für Orion Pictures den Flesh and Blood abgedreht und daraufhin auch das Drehbuch von RoboCop erhalten. Er warf das Drehbuch sofort in die Mülltonne, bis es von seiner Frau entdeckt wurde und diese ihn darauf hinwies, wie vielschichtig die Geschichte des Films wäre.[2] Der Film war für den Regisseur die Chance, seinen ersten amerikanischen Film zu drehen, der viele Gewaltszenen enthielt, obwohl er dem Science-Fiction-Film-Genre nicht besonders zugeneigt ist.[3]

Als Hauptdarsteller wurde Peter Weller verpflichtet, der zuvor in dem Film Buckaroo Banzai auf sich aufmerksam machte. Verhoeven besetzte seine Schauspieler gerne gegen ihren etablierten Rollentypus. Ronny Cox, der meist als Familienvater zu sehen war, übernahm die Rolle des skrupellosen Vizepräsidenten Richard Jones. Auch Nancy Allen, die meist als oberflächlicher Teenager besetzt wurde, spielt in RoboCop die abgehärtete Kollegin Murphys.

Der Film wurde mit einem Budget von 10 Millionen US-Dollar umgesetzt und verwirklicht. In Deutschland stand der Film ursprünglich auf dem Index, diese Indizierung wurde im Jahr 2013 aufgehoben.[4]

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1990 mit RoboCop 2 seine erste Fortsetzung, die unter der Regie von Irvin Kershner entstand. 1993 folgte RoboCop 3, der unter der Regie von Fred Dekker entstand.

Vor den Kinofilmen folgte 1988 die erste RoboCop-Zeichentrickserie mit dem Titel RoboCop: The Animated Series. 1998 erhielt RoboCop eine zweite Zeichentrickserie RoboCop: Alpha Commando. 1994 erhielt RoboCop seine erste Realserie. Die letzte Fernsehserie erschien mit RoboCop: Prime Directives in Form eines Vierteilers.

2014 erschien schließlich ein komplettes Reboot des Originalfilms.

Auswirkungen auf die Videospiele und Comics[Bearbeiten]

Der Film RoboCop hatte eine sehr große Auswirkung auf die Popkultur, es wurden zahlreiche Video- und Computerspiele zu RoboCop veröffentlicht. Daneben gibt es den Comic RoboCop Versus The Terminator, der auch als Videospiel vermarktet wurde. Zum Film entstanden auch zahlreiche Comics.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auszeichnung Kateogrie Empfänger Resultat Quellen
Oscarverleihung 1988 Best Sound Editing*
*Special Achievement Award
Stephen Hunter Flick und John Pospisil Gewonnen [5]
Bester Schnitt Frank J. Urioste Nominierung
Best Sound Mixing Michael J. Kohut, Carlos Delarios, Aaron Rochin, und Robert Wald
BAFTA Awards Best Makeup and Hair Carla Palmer [6]
Best Special Visual Effects Rob Bottin, Phil Tippett, Peter Kuran, Rocco Gioffre [7]
Saturn Awards Best Science Fiction Film Gewonnen [8]
Best Director Paul Verhoeven
Best Writing Michael Miner and Edward Neumeier
Best Make-up Rob Bottin and Stephan Dupuis
Best Special Effects Peter Kuran, Phil Tippett, Rob Bottin and Rocco Gioffre
Best Actor Peter Weller Nominierung
Best Actress Nancy Allen
Best Costume Erica Edell Phillips

Kritiken[Bearbeiten]

„Optisch hervorragend gestalteter Thriller, der die ‚Frankenstein‘- und ‚Mabuse‘-Thematik jedoch ganz in den Dienst einer genüßlich ausgeschöpften Darstellung von Gewalt und Brutalität stellt.“

„"RoboCop" ist in erster Linie eine glänzend unterhaltende Mischung aus Action, tiefschwarzem Humor und ätzender Satire. Aber er ist auch eine Zukunftsvision, die erschreckende Parallelen zur Wirklichkeit entwickelt hat. Und er hat in dem Cyborg RoboCop alias Alex Murphy [...] einen tragischen Helden, der wesentlich mehr Tiefgang besitzt als die meisten anderen Action-Helden der 80er Jahre zusammen.“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jon Davison in: Flesh & Steel: The Making of RoboCop., etwa 0:04:40.
  2. "Die SciFiStory", gesendet 30. Juli 2015
  3. Vgl. die Dokumentation Flesh & Steel: The Making of RoboCop.
  4. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=6622
  5. THE 60TH ACADEMY AWARDS - 1988. Abgerufen am July 2, 2016.
  6. Film - Make-Up Artist in 1989. Abgerufen am July 2, 2016.
  7. Film - Achievement in Special Visual Effects in 1989. Abgerufen am July 2, 2016.
  8. Saturn Awards 1988. Abgerufen am July 2, 2016. 
  9. RoboCop im Lexikon des internationalen Films
  10. RoboCop in Filmstarts