Ruf der Wälder

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Filmdaten
OriginaltitelRuf der Wälder
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch,
Italienisch
Erscheinungsjahr1965
Länge84 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieFranz Antel
DrehbuchKurt Nachmann
ProduktionCarl Szokoll
für Neue Delta
MusikJohannes Fehring
KameraSiegfried Hold
SchnittHermine Diethelm
Besetzung

Ruf der Wälder ist österreichischer Heimatfilm aus dem Jahr 1965. Der Film entstand unter der Regie von Franz Antel. Terence Hill übernahm in diesem Film die Hauptrolle des Gastarbeiters Marcello Scalzi, der vielen Anfeindungen ausgesetzt wird. Hierbei handelt es sich um eine moderne Variante der Novelle Krambambuli von Marie von Ebner-Eschenbach, die Franz Antel insgesamt dreimal in jeweils modernen Variante mit dem Schauspieler Rudolf Prack in einer Nebenrolle verfilmt wurde. Die deutsche Kinopremiere fand am 1. Oktober 1965 im Stuttgarter Kino Universum statt.

Handlung[Bearbeiten]

Der alte Wilderer Gustl Wegrainer steht an einem langen Regentag an seinem Fenster und betrachtet nachdenklich die Szenerie und beginnt damit die Geschichte von der Hündin Bella zu erzählen. Sie lief dem Fremdarbeiter Marcello Scalzi als junge Welpin zu und er nimmt sie bei sich auf. Allerdings wird Bella Piccolina mit der Zeit immer größer und sorgt dafür, das Marcello Probleme mit einem Kollegen bekommt. Als Bella von diesem Kollegen angegriffen wird, verteidigt er die Hündin so sehr, dass er seinen Kollegen beinahe umbringt. Als Ingenieur Prachner von dieser Auseinandersetzung erfährt, engagiert er den Schlosser um ihn bei der Fertigstellung des Tauernkraftwerk in Kaprun behilflich zu sein.

Dort stößt er in seinem Vorarbeiter Kubesch auf einem mächtigen Gegner, der ihm deutlich zu spüren gibt, dass er in seinen Augen kein Mensch, sondern nur ein Makkaroni ist. Daneben trifft er auch die hübsche Sparkassenangestellte Angelika Hirt in die er sich verliebt. Aus beiden wird eher unbemerkt ein Liebespärchen. Allerdings hat sich der neue Förster Bernd Helwig ebenfalls in sie verliebt und versucht sie für sich zu gewinnen. Hierfür versucht er auch Petra, eine Cousine des alten Försters einzusetzen.

Nachdem sich Marcello bei Unwetter im Berg verirrt hat, beteiligt sich auch Bernd Helwig bei seiner Rettung und muss danach einsehen, dass er in diesem Liebesspiel das Nachsehen hat und findet sich damit ab. Während Marcello von der Bergwacht gerettet wird, versucht Ingenieur Prachner mit Angelica über die dunklen Seiten von Marcello zu sprechen, um sie zu schützen.

Kubesch versucht kurz darauf zusammen mit einem Freund einen fingierten Einbruch in Sparkasse durchzuführen und diesen dann in Schuhe von Marcello zu schieben. Dabei werden sie von Bella entdeckt, der den Freund von Kubesch in die Mangel nimmt. Als dieser sich mit Fußtritten gegen Bella wehrt, wird er von Marcello so sehr angegriffen, das er unter seiner Attacke stirbt. Er wird wegen Totschlags zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Dort fehlt ihm die Freiheit der Natur und er beschließt bei der nächsten Möglichkeit zurück nach Kaprun. Bella bleibt daraufhin bei Förster Helwig. Währenddessen ist Angelica in der Stadt Wien untergetaucht und erfährt das Marcello mit Tina aus Italien verlobt ist. Kurz danach kehrt zurück nach Kaprun.

Dort angetroffen versteckt er sich in Kubeschs Lastwagen. Als er diesen entdeckt versucht er ihn während einer mörderischen Fahrt zu ermorden, es gelingt ihn noch rechtzeitig zu fliehen, während Kubesch in seinen eigenen Tod fährt. Marcello flieht zu Gustl Wegrainer, der ihm etwas Brot und Fleisch mitgibt. Er bittet ihn, darum Angelica zu sich zu holen. Währenddessen entwendet er dessen Gewehr und etwas Munition. Angelica hat sich in der Zwischenzeit mit Bernd Helwig verlobt und bittet ihn darum wieder nach Italien zurückzukehren.

Auf seiner Flucht durch den Wald begegnet er den beiden Förstern und droht damit auf diese zu schießen. Daraufhin wird er von dem alten Förster erschossen. Bei seiner Beerdigung regnet es in Strömen, so wie an diesem Tag wo Gustl die Geschichte von Bella nacherzählt. Gemeinsam mit Bella kehrt zum Försterhaus zurück um Angelica und Bernd zu besuchen.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Bereits 1955 hat Franz Antel mit Heimatland erstmals Geschichte von Krambambuli verfilmt, Ruf der Wälder war seine zweite Verfilmung der Novelle, die sich tatsächlich im 19. Jahrhundert ereignet hat. Für Rudolf Prack war dieser Film sein dritter Film in dem mit Krambambuli zu tun hatte. Bereits 1940 spielte er in Krambambuli die Hauptrolle unter der Regie von Karl Köstlin.

Der Film geriet aufgrund seines Endes, bei dem Marcello im Prinzip hingerichtet wird, in große Kritik. Der Film wurde als „Diffamierung von Randgruppen“ angesehen.[1] Die evangelische Filmzeitschrift epd Film urteilte:„Ein Heimatfilm, der einige alte Klischees abbaut, um sie flugs durch neue zu ersetzen. Was soll es? Überhören Sie den Ruf der Wälder, Ihnen entgeht nichts!“[2]

Hans-Jürgen Bäumler war zuvor unter anderem auch in Filmen wie Die große Kür zu sehen, allerdings hat er bei diesen Filmen eher selbst gespielt. Dies war seine erste richtige Filmrolle, bei der eine eigenständige Filmfigur verkörpert hat. Hinter Bella verbarg sich der Vorstehhund Ricky.[3]

Beim Film steht die Erbauung des Tauernkraftwerk Kaprun das für den Wiederaufbau Österreichs nach Ende des Zweiten Weltkriegs stand und deshalb gerne bei der Produktion von österreichischen Filmen eingesetzt wurde. Der Drehort befand sich Kaprun.

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Gertraud Steiner: Die Heimat-Macher. Kino in Österreich 1946–1966. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1987, S. 235.
  2. Evangelischer Filmbeobachter, Kritik Nr. 390/1965
  3. Filmcredits