Saving Mr. Banks

Aus Film-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Saving Mr. Banks ist eine US-amerikanische Filmbiografie aus dem Jahr 2013, die unter der Regie von John Lee Hancock entstanden ist.[2] Das Drehbuch des Films basiert auf den zweiwöchigen Vertragsverhandlungen um um die Filmrechte an Mary Poppins zwischen Walt Disney deren Autorin P. L. Travers im Jahr 1961.[2]

Der Film entstand als Koproduktion zwischen Walt Disney Pictures, Ruby Films und Essential Media and Entertainment in Zusammenarbeit mit BBC Films.[3][4]

Handlung[Bearbeiten]

 
Walt Disney wollte Mary Poppins auf jeden Fall verfilmen

Die Autorin Pamela „P.L.“ Travers ist 1905 in Australien aufgewachsen und ihr Vater hat sie wie eine Prinzessin namens Ginty behandelt. Im Jahr 1961 ist die Autorin in einer finaziellen Notlage und muss auf Anraten ihres Managers das Angebot von Walt Disney wahrnehmen, der sich in seine Studios eingeladen hat um mit ihm gemeinsam über die Filmrechte zu ihrem Buch Mary Poppins zu verhandeln. Sie hat dieses Angebot die letzten 20 Jahre abgelehnt, da sie dem Disney-Konzern mehr als kritisch gegenüberstand, auf Grund von dessen Hang zum Kitsch.

Miss Travers reist notgedrungen zu den Walt Disney Studios in Burbank und wird dort von einem Chaffeur namens Ralph abgeholt und ins Hotel gebracht. Als sie das aufwendig ausgestattete Hotelzimmer sieht, in der jede Menge Disney-Plüschfiguren von Donald Duck, Pluto oder Micky Maus zu finden sind ist sie völlig verärgert und versteckt sämtliche Figuren. Statt sich über diese Würdigung zu freuen, erinnert sie sich wie sie und ihre Familie im Jahr 1906 nach Allora, Queensland gezogen ist, um dort mit ihrem Vater ein neues Leben zu beginnen. Allerdings ist ihr Vater alkholkrank und trinkt immer wieder zuviel. Dennoch kann er als Bankmanager eine Farm mieten.

Vor den Studios begegnet sie dem Drehbuchautor Don DaGradi und den beiden Komponisten Robert und Richard Sherman. Sie versuchen ihr die Studios zu zeigen, allerdings besteht sie darauf mit Mr. Disney zu sprechen. Dieser hat in seinem Unternehmen eine Du-Kultur eingeführt und möchte einfach nur mit Walt angesprochen werden. Sie ignoriert diese Kultur komplett und verlangt von sämtlichen als Misses Travis angesprochen werden. Daneben soll Mary Poppins als Realfilm und nicht als Zeichentrickfilm umgesetzt werden. Wichtig ist ihr ebenfalls das sämtliche Ideen und Gespräche mit dem Tonband aufgezeichnet werden.

Sie besteht bei den Besprechungen auf jede Menge Änderungen vor allem soll die Farbe Rot nicht im Film erscheinen, ferner sei Mr. Banks nicht gütig dargestellt. Das macht sie an dem Lied Fidelity Fiduciary Bank fest. Während die beiden Brüder ihr das Lied vorspielen, erinnert sie sich wie ihr Vater eine Rede anlässlich eines Stadtfestes halten sollte und er dabei betrunken gestürzt ist und Blut gespuckt hat. Walt Disney versucht die verfahrenen Verhandlungen zu retten, in dem er sie nach Disneyland ins Magic Kingdom einlädt und den Film dahingehend ändert, dass Mister Banks sich um seine Kinder kümmert.

Sie verändert ihre Art und Weise über den Disney-Konzern zu denken und arbeitet an der Verwirklichung des Films intensiv mit. Als sie allerdings erfährt, dass die Pinguine animiert werden sollen, ist sie empört und tritt von den Vertragsverhandlungen zurück. Bevor sie die USA verlässt, erfährt sie von Ralph, dass er eine Tochter hat die Rollstuhl sitzt und sich über die sonnigen Tage freut. Sie bietet Ralph das Du an und verabschiedet sich, damit, dass Ralphs Tochter jede Menge Möglichkeiten trotz der Behinderung hat.

Zurück in London erinnert sie sich wie sich ihre Tante Ellie um die Familie kümmert, die den Urtypus für Mary Poppins darstellt und wie ihr Vater den Kampf gegen den Alkohol verliert und dabei stirbt. Es gab in dieser Zeit auch einen Selbstmordversuch ihrer Mutter, den sie gerade noch verhindern kann.

Walt Disney findet schließlich heraus, dass P.L. Travis nur ein Pseudonym ist und sie in Wirklichkeit Pamela Travers heißt. Er reist ihr hinterher und konforntiert sie damit, dass er mit dem Film die Chance hat die Geschichte ihres Vater zumindest filmisch zu ändern. Sie willigt ein und überlässt Disney die Dreharbeiten. Allerdings wird sie im Jahr 1964 nicht von Walt Disney zur Premiere des Films eingeladen. Allerdings ist an dem Endprodukt des Films interessiert und reist nach Burbank, in der Annahme, die amerikanische Post hätte die Einladung verloren. Sie hat daneben wieder mit dem Schreiben einer neuen Mary-Poppins-Geschichte begonnen.

Walt Disney begrüßt sie als Ehrengast und lässt von Ralph zur Premiere des Films im Grauman’s Chinese Theatre abholen. Sie wird von den Disney-Charakteren Schneewittchen, Goofy, den Pinguinen und Micky Maus freundlich empfangen. In der Premiere fängt sie an den Film zu lieben und ist über das Ergebnis hocherfreut. Sie denkt außerdem an einige glückliche Momente mit ihrem Vater.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

 
P. L. Travers im Jahr 1924

2002 produzierte Ian Collie den Dokumentarfilm The Shadow of Mary Poppins, der über das Leben von P. L. Travers berichtet. Während der Produktion des Films wurde ihm klar, dass das Leben der Autorin genug Stoff für eine Filbiografie bieten würde und so kam die Idee dazu ein Biotopic bei Essential Media and Entertainment zu entwickeln. Hierfür wurde Sue Smith mit der Entwicklung eines Drehbuchs beauftragt.[5] Das Projekt wurde für BBC Films interessant, die beschlossen den Film zusammen mit Ruby Films' zu produzieren.[6] Kelly Marcel sollte die bisherige Drehbuchautorin unterstützen.[6] Er brachte die Idee ins Spiel die Geschichte der Autorin in zwei Teile zu teilen, zum einen in die Verhandlungen mit Walt Disney und zum anderen mit den Erinnerungen an ihre Kindheit, allerdings musste für die Verwendung von Walt Disney als Filmfigur, die Erlaubnis der Disney-Studios eingeholt werden und so beteiligte sich Walt Disney Pictures direkt an der Produktion des Films.[7]

Historisch gesichert ist das Walt Disney tatsächlich 20 Jahre benötigte um P.L. Travers davon zu überzeugen, ihm die Filmrechte an Mary Poppins zu überlassen. Allerdings besaß damals im Jahr 1961 die Rechte an der Verfilmung des Buches bereits und musste sich dennoch mit den genannten Forderungen beschäftigen.[8]

Die Dreharbeiten zum Film begannen am 19. September 2012 und endeten am 22. November 2012.[9]

Soundtrack[Bearbeiten]

Hauptartikel: Saving Mr. Banks (Original Motion Picture Soundtrack)

 
Walt Disney auf einer Briefmarke

Der Musikalische Score des Films stammte von Thomas Newman.[10] Newman orientierte sich am Soundtrack des Films an den Filmszenen und versuchte sie so anzupassen, dass die Musik die Szenen ein Bild vermitteln.[11] Im Film sind auch die Originallieder aus Mary Poppins der Sherman Brothers zu hören, Beispiele sind Superkalifragilistischexpiallegetisch, Chim Chim Cher-ee oder Let's Go Fly a Kite. Richard Sherman der damals die Originallieder mit seinem Bruder schrieb, fungierte als musikalischer Berater. Zum Film wurde von Walt Disney Records ein Album am 10. Dezember 2013 veröffentlicht.[12][13]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Filmpreise für Saving Mr. Banks

Der Film wurde für insgesamt 52 Filmpreise nominiert unter anderem auch für einen Oscar bei der Oscaverleihung 2014 für die Beste Musik von Thomas Newman oder für einen Golden Globe für die Darstellerische Leistung von Emma Thompson.[14]

Kritiken[Bearbeiten]

Jan Wiele von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb über den Film folgendes:

„Das Problem des Films ist aber weniger die Darstellung von Walt Disneys Person; er ist ja kein Biopic über den Filmpionier und steht somit auch nicht in der Pflicht, seinem ganzen Leben gerecht zu werden. Aber ein Problem von 'Saving Mr. Banks' sind die nur scheinbare Kritik an Disneys Wohlfühl-Merchandising, die am Ende in eine Apologie umschlägt, und der raunende Ton, mit dem hier Sätze wie 'Man darf sich das Leben nicht selbst als Strafe auferlegen' eine Episode der Filmgeschichte moralisch überhöhen sollen, um daraus einen tropfigen Traumstoff zu machen.[15]

Wesentlich positiver urteilte Susan Vahabzadeh von Süddeutschen Zeitung mit folgneden Worten:

„In der Disney-Variante wird sie [Mary Poppins] lieblicher, sogar richtig charmant. Disney und seine drei Mitstreiter pirouettieren nun vor Travers, säuseln, singen, schieben ihr doch die eine oder andere Trickfigur in einem Realfilm unter, geben nach - und es ist eine Freude, dabei zuzusehen. Was schon daran liegt, dass Hanks und Thompson gute Arbeit leisten, befeuert von all den kleinen Verweisen auf das Film-Musical, das Disney dann tatsächlich 1964 mit Julie Andrews drehen ließ, und, wie die Disney-Mary sagen würde, den superkalifragilistischexpiallegetischen Melodien, die den Film durchziehen.[16]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, 21. Januar 2014, abgerufen am 24. Januar 2014 (PDF, Prüf-Nr.: 142 941 K): „Freigegeben ohne Altersbeschränkung“
  2. 2,0 2,1 Clare Stewart: Saving Mr. Banks.
  3. ‘American Hustle’ and ‘Saving Mr. Banks’ Face Mainstream Box-Office Exams This Weekend
  4. 'Saving Mr. Banks' director: 'Such an advantage' shooting in L.A.
  5. Lucas Shaw: How ‘Saving Mr. Banks’ Overcame Disney’s Resistance to a Movie About Disney. In: The Wrap, 17 December 2013. Abgerufen am 19 December 2013. 
  6. 6,0 6,1 Steve Pond: Director John Lee Hancock on ‘Saving Mr. Banks’: We Went for the Truth, Not the Facts. In: The Wrap, 17 December 2013. Abgerufen am 19 December 2013. 
  7. http://www.slashfilm.com/interview-kelly-marcel-on-writing-saving-mr-banks/
  8. http://www.slashfilm.com/interview-kelly-marcel-on-writing-saving-mr-banks/
  9. http://www.slashfilm.com/marvel-and-disney-release-info-ant-man-gets-official-release-date-iron-man-3-and-thor-the-dark-world-will-be-3d/
  10. Thomas Newman Scoring ‘Saving Mr. Banks’. Film Music Reporter. 25 April 2013. Abgerufen am 21 October 2013.
  11. Gregg Kilday: Oscars: John Williams, Jill Scott Spotlight Song and Score Nominees at Academy's First-Ever Concert. In: The Hollywood Reporter, February 28, 2014. Abgerufen am May 27, 2014. 
  12. Walt Disney Records Presents Saving Mr. Banks Original Motion Picture Score Soundtrack And Saving Mr. Banks 2-Disc Deluxe Edition Soundtrack Features Previously Unreleased Song Demos By The Sherman Brothers Both Available On December 10. In: PR Newswire, 26 November 2013. Abgerufen am 29 March 2014. 
  13. Kevin Jagernauth: Watch: New Clip, 2 Featurettes & Complete Details On 2-Disc Soundtrack For 'Saving Mr. Banks'. In: IndieWire, 7 November 2013. Abgerufen am 9 November 2013. 
  14. http://www.imdb.com/title/tt2140373/awards?ref_=tt_awd
  15. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jan Wiele, „Saving Mr. Banks“ im Kino Manierierte Lady im Klischee-Kalifornien
  16. Susan Vahabzadeh: Fit machen für die Ewigkeit. In: Kultur. Süddeutsche Zeitung, 10. März 2014, abgerufen am 30. Juni 2014.