Schweizerische Filmgeschichte

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Die schweizerische Filmgeschichte oder der Schweizer Film begann sich im internationalen Vergleich erst sehr spät zu entwickeln. Bis zu den 1930er Jahren gab es in der Schweiz keine etablierte Filmindustrie.[1] Die kulturelle Besonderheit der Schweiz, in drei grosse Sprachgebiete aufgeteilt zu sein, ist sicherlich mit ein Grund für den späten Beginn eines organisierten Filmschaffens.[2] Die französischsprachige, italienischsprachige und deutschsprachige Schweiz orientierte sich stets mehr an den Nachbarländern desselben Sprachraumes als aneinander, weshalb die Entwicklung der Filmgeschichte in jedem Sprachgebiet unterschiedlich verlief.

Anfänge der Filmgeschichte in der Schweiz ca. 1896 - 1930[Bearbeiten]

Die ersten Filme wurden in der Schweiz bereits im Jahr 1896 bei der Schweizerische Landesausstellung in Genf durch die Gebrüder Lumière präsentiert. Einige Filme sollen anschließend in der Schweiz entstanden sein, die auf Jahrmärkten und in Variétés und Zirkussen gezeigt wurden.[3]

Während der Stummfilmzeit entstanden sehr wenige Produktionen in der Schweiz, stattdessen arbeiteten schweizerische Filmkünstler wie Edmund Heuberger[4] oder Heinrich Gretler[5] beim deutschen Film. Filmhistorisch bekannter wurden nur die französisch-schweizerischen Coproduktionen Kindergesichter und Die Macht der Arbeit. Dennoch war lag der Eigenanteil an Filmproduktionen bei etwa 1% bis 5 %.

Für die größere Popularität des Mediums Films wollte Milton Ray Hartmann sorgen, der zu den Mitbegründern des Schweizerischen Schul- und Volkskino gehört.[6] Edgar Schwarz gründete das erste schweizerische Filmlabor mit dem Namen Schwarz Film.[7]

Über das Schweizerische Schul- und Volkskino produzierte August Kern Naturfilme wie Die Geheimnisse der Kalmücken-Steppe oder Kalmückentänze.[8] Er gehörte zu den produktivsten Filmemachern der Schweiz aus dieser Epoche. Ein weiteres Beispiel ist der Film Teuerungsdemonstration in Zürich aus dem Jahr 1917.

Lazar Wechsler wurde zu einem der größten Filmpioniere des Schweizer Films. Er gründete am 19. März 1924 in Zürich mit einem Startkapital von 10.000 Franken das Filmunternehmen Praesens-Film.[9]

Beginn der erfolgreichen Filmproduktionen ca. 1929 - 1930[Bearbeiten]

Sergei Eisenstein

Der Zürcher Bau- und Kinounternehmer Ralph Scotoni konnte im Jahr 1930 das deutsche Filmunternehmen Terra Film erwerben. Ralph Scotoni gehörte zu den Mitgliedern der NSDAP und ihm gehörte das größte Kino der Schweiz das Apollo Cinerama.[10] Aus diesem Grund baute er eine schweizerische Abteilung auf in der große Produktionen wie Wilhelm Tell oder Hermine und die sieben Aufrechten produzierte. Diese Filme erwiesen sich als richtige Flops die von der nationalsozialistischen Filmpolitik der deutschen Regierung gefördert wurden.[11] 1935 zog sich die Familie Ralph Scotoni aus der Filmproduktion zurück und die Terra Film wurde in die UFA integriert.[12] Außerhalb der Terra-Film wurden auch größere Filme Der goldene Gletscher oder Abenteuer in Marokko als deutsch-schweizerische Coproduktion abgedreht.

Lazar Wechsler konnte mit Frauennot – Frauenglück den ersten erfolgreichen Film der Schweiz mit der Hilfe von Sergei Eisenstein und Eduard Tisse produzieren. Der Film entstand während einer Europareise des russischen Filmpioniers, er sollte sich mit dem Tonfilm auseinandersetzen. Hierbei entstand dieser Film über Abtreibung der mit einem Musikscore untermalt wurde.[13] Er war zusammen mit Grigori Alexandrow und Eduard Tisse in der Supervision des Films tätig. Die medizinische Beratung erfolgte durch Dr. Rudolf Waltraut.[14] Beworben wurde der Film als meistverbotener Film der Geschichte.[15]

Die Weltwirtschaftskrise bewirkte das die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) und der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SBG) zusammen mit weiteren Gewerkschaften zahlreiche Stummfilme produzierten die das Rote Zürich dokumentierten. Beispiele sind Das genossenschaftliche Zürich (1929), Der rote Tag (1934), Die neue Stadt (1938), Zürich baut (1938) und Die Stadt greift ein (1939). Die Filme waren im Prinzip größere Wahlwerbespots die meist vor Volksabstimmungen produziert wurden. Vertrieben wurden diese Filme von den schweizerischen Produktionsfirmen Praesens-Film AG , Central Film, Pro-Film , Turica-Film, Gloria-Film oder der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale Zürich. Die vor 1935 entstandenen kämpferischen Filme waren vom materiellen Elend und der sozialen Erbitterung (Landesstreik 1918) geprägt, während die Filme nach dem Friedensabkommen von 1937 weniger konfrontativ waren.[16]

Die Zeit in der Bedrohung des Zweiten Weltkrieges ca. 1933 - 1945[Bearbeiten]

Walter Lesch drehte 1933 den Film Wie d'Warret würkt, der durch das schweizerische Kabarett geprägt wurde. Eine Besonderheit ist das dieser mit dem schweizerischen Dialekt aufgenommen wurde. Geprägt war der Film von Komik und einfache Darstellungsweise. Mit diesem Film wurde das Genre des Schweizer Films geboren. In diesem Filmgenre steht das schweizerische Kabarett im Mittelpunkt. Filme wie Jä-soo! (1935) gehörten zu den bekannten Filmen des Genres. Der Film kam beim Schweizer Publikum gut, allerdings ist der Films selbst eher ein einfaches Kabarettstück, beim dem mit papierenen Dialogen und einer „Nummer-für-Nummer“-Abfolge eine Geschichte erzählt wurde. Ein zentrales Merkmal dieses Filmgenres war die Darstellung des Land-Stadt-Gefälles. Die Stadt wurde oft als Hort des moralischen Übels, als gefährlicher Ort für anständige Mädchen und als Heimat zwielichtiger Figuren dargestellt. In einer Zeit, da die Schweizer Arbeiterbewegung genau so ihren Höhepunkt wie die Gründung von Naturvereinen hatte, wird dies schon leichter erklärbar. „Anständige“ Schweizer Familien waren in den Filmen fast immer kleinbürgerlich, gutmütig, etwas langsam, aber treusorgend, naturverbunden und mit grossem Familiensinn. Hauptdarsteller dieser Filme gehörten häufig dem Ensemble des populären Cabaret Cornichon an. Hauptdarsteller waren unter anderem Max Werner Lenz, Elsie Attenhofer, Emil Hegetschweiler, Mathilde Danegger und Zarli Carigiet.[17]

Die Geschwister Schmid zusammen mit Komponist Artur Beul

Neben dem Kabarettfilm schlug sich auch der Begriff der Geistigen Landesverteidigung in der schweizerischen Filmgeschichte nieder. Der erste bedeutsame Film Füsilier Wipf von Regisseur Leopold Lindtberg aus dem Jahr 1938. Der Film hat insgesamt 1,2 Millionen Kinobesucher in die Kinos gelockt.[18] Der Film vermittelte folgende Botschaften und versuchte auf die Bedrohung des Zweiten Weltkrieges aufmerksam zu machen:

„Die Schweiz ist wehrhaft, neutral und hilfsbereit. Der Schweizer Soldat steht unbesiegbar wie ein Fels im Gebirge. Das Militärische kommt vor dem Zivilen. Land ist besser als Stadt. Ein echter Schweizer bebaut seinen eigenen Boden. Die echte Schweizerin ist sittsam, fleissig und schweigsam.[19]

Die schweizerische Figur von Wachtmeister Studer erhielt 1939 ihren ersten Film unter der Regie von Leopold Lindtberg. Es folgten Filme wie § 51 – Seelenarzt Dr. Laduner. Auch sie gehörten zu den Filmgeist der Landesverteidigung. Der schweizerische Aktivdienst wurde durch den S’Margritli und d’Soldate aus dem Jahr 1940 vertreten. Für diesen Film schrieben die Geschwister Schmid das Titellied Margritli, dass bis zur heutigen Zeit in der Schweiz ein Dauerbrenner wurde.[20] Der Film erzählt davon das eine Flugabwehr-Batterie der Schweizer Miliz an Grenze eines nahe gelegenen Hotels Stellung bezieht und diese von einem ausländischen Flugzeug angegriffen wird, hierbei kommt ein Kamerad ums Leben. Nur die Tochter des Hauses kann die Soldaten trösten.[21]

Der Film Steibruch sorgte dafür das die Schauspielerin Maria Schell ihr Filmdebüt erhielt. Entdeckt wurde sie von Sigfrit Steiner. Den ersten Oscar-Erfolg der Schweiz konnte der Film Marie-Louise für sich verbuchen, der bei der Oscarverleihung 1946 in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch von Richard Schweizer ausgezeichnet wurde.[22]

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ca. 1946 - 1953[Bearbeiten]

Der Film Die letzte Chance war der erste der nach dem Kriegsende in der Schweiz produziert wurde. Der Film gilt als Meilenstein, der schweizerischen Filmproduktion. Der Film schildert die abenteuerliche Flucht einer multinationalen Flüchtlingsgruppe von Italien in die Schweiz. Die erschöpften Flüchtlinge schaffen es jedoch nur über die Grenze da sich ein Grenzoffizier für sich einsetzt. Der Film stellte eine längst fällig gewesene Auseinandersetzung mit der unrühmlichen Schweizer Flüchtlingspolitik während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Der Film wurde bei Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit dem Grand Prix, dem Internationalen Friedenspreis und einem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Der bereits erwähnte Oscarsieger Marie-Louise sorgte dafür das dem Produzenten Lazar Wechsler eine Cooperation mit den Metro-Goldwyn-Mayer-Studios möglich wurde. Bei diesem Deal entstanden Filme wie Die Gezeichneten von Fred Zinnemann oder Die Vier im Jeep von Leopold Lindtberg und Elizabeth Montagu. Die letzte größere Koproduktion wurde mit dem Titel Unser Dorf / The Village mit dem britischen Filmstudio Rosslyn Productions im Jahr 1953 produziert. Der Film floppte an den Kinokassen.

Heimatfilmproduktionen ca. 1952 - 1964[Bearbeiten]

Hauptartikel: Heimatfilm

Der Erfolg des Heimatfilms in Deutschland und Österreich beflügelte die schweizerische Filmproduzenten auf diesen Zug aufzuspringen. Den Anfang machte eine nationale Kinderbuchheldin namens Heidi in dem gleichnamigen Film.[23] Die Produktionsfirma Praesens-Film hatte mit finanziellen Problemen zu kämpfen, da die letzten Großproduktionen sie an den Rand der Insolvenz gebracht haben. Regie übernahm Luigi Comencini, für die Kinderdarsteller wurden Elsbeth Sigmund und Thomas Klameth gecastet. Andere Darsteller waren populäre Volksdarsteller aus dem schweizerischen und deutschen Film. Insgesamt kostete die Produktion mehr als 600.000 Franken und war damit weit entfernt von der ursprünglich angedachten B-Movie-Produktion. Allein in Deutschland strömten 600.000 Besucher in die Kinos und in den USA konnte der trotz der unbeholfenen Synchronisationsfassung über 4.000 Kinosäle füllen. Der Film selbst war in der Schweiz Kassenschlager der über 17 Wochen in den Kinocharts gelistet wurde.[24] Auf Grund des Erfolges wurde eine Fortsetzung mit dem Titel Heidi und Peter produziert. Dieser Film stellt den ersten Farbfilm der Schweiz dar und konnte den Erfolg des Vorgängers sogar toppen. Der „Heile Welt“-Kitsch dieser Filme, mit einer prächtigen Bergkulisse und blühenden Alpen im Hintergrund, war international gefragt, und so schloss sich die kriegsverschonte Schweiz inhaltlich und stilistisch de facto dem deutschen und österreichischen Nachkriegsfilm an.

Ein weiterer Kassenschlager des schweizerischen Films war Uli der Knecht mit Liselotte Pulver und Hannes Schmidhauser in den Hauptrollen. Der Film entstand unter der Regie von Franz Schnyder und wurde mit Uli der Pächter fortgesetzt. Für Franz Schnyder stellt dieser Zeitraum der erfolgreichste seiner Karriere dar, er drehte unter anderem auch Die Käserei in der Vehfreude (1958), Anne Bäbi Jowäger – Teil 1: Wie Jakobli zu einer Frau kommt (1960), Anne Bäbi Jowäger – Teil 2: Jakobli und Meyeli (1960) und Geld und Geist (1964).

Zeitgeschichtliche Fragen, kleinbürgerlicher Film und bedeutende Koproduktionen ca. 1953 - 1964[Bearbeiten]

Kinoplakat zu Es geschah am hellichten Tag

Mit zeitgeschichtlichen Fragen beschäftigte sich der schweizerische Film zu diesem Zeitpunkt fast über gar nicht. Eine Ausnahme war Der 10. Mai aus dem 1957, der unter der Regie von Franz Schnyder entstand. Der Film selbst wollte die Schweiz als Bollwerk gegen die Nazi-Diktatur präsentieren, als am 10. Mai 1940 das nationalsozialistische Deutschland Belgien und Holland überfiel, was in der Schweiz für Hektik und Nervosität sorgte. Der Film wurde von Franz Schnyder selbst produziert und vertrieben, da er keine Produzenten für diesen Film fand. Es stellt den einzigen Beitrag zur Frage nach 2. Weltkrieg aus dem 1950er Jahren dar.[25]

Kurt Früh beschäftigte sich mit der Darstellung des Kleinbürgertums und drehte Filme Polizischt Wäckerli (1955) oder Bäckerei Zürrer (1957). Hier wurden die Sorgen und Fragen des kleinen Bürgers thematisiert.

Die Schweiz war auch für internationale Koproduktionen wie Es geschah am hellichten Tag mit Heinz Rühmann interessant. Drehbuchautor wurde Friedrich Dürrenmatt, der mit dem Endergebnis der deutsch-schweizerischen Produktion nicht ganz zufrieden war, da Hans Jacoby und Ladislao Vajda am Drehbuch beteiligt wurden. Die Darstellung des Kindermörders Schrott verhalf Gert Fröbe zu seiner Rolle als James-Bond-Bösewicht Auric Goldfinger.[26]

Der Junge Schweizer Film ca. 1955 - heute[Bearbeiten]

Hauptartikel: Der junge Schweizer Film

Der Schweizerische Filme machte in den 1960er Jahren genauso wie der Deutsche oder österreichische Film eine schwere Krise durch. Ursachen für diesen Wandel des gesamten deutschsprachigen, inklusive Schweizer Films, waren fehlende Visionen und Wiederholung der immergleichen, scheinbaren Erfolgsrezepte, die eine künstlerische wie qualitative Stagnation brachten. Den vielfältigeren Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in der Folge des Wirtschaftswunders sowie dem neuen Massenmedium Fernsehen konnte letztendlich keine Konkurrenz mehr bereitet werden. Die Schweizer Filmproduktion erlebte ihren Tiefpunkt 1964, als nur ein Film uraufgeführt wurde. In den folgenden Jahren entstand der „Junge Schweizer Film“, während die althergebrachten Strukturen in abgeschwächter Form weiter bestanden.

Jean-Luc Godard im Jahr 1968

Im französisch-sprachigen Teil der Schweiz begann diese Entwicklung, da man sich an der Thematik der Nouvelle Vague orientierte. Einen der ersten Filme aus der ersten Generation des jungen schweizer Films stellt Opération Breton von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1955 dar. Es folgte weitere schweizerische Produktionen von diesem Regisseur, bevor er wieder nach Paris ging.[27]

Seinem Vorbild folgten mehrere Regisseure wie Markus Imhoof der 1961 mit Wehe, wenn wir losgelassen sein Debüt feiern konnte. Alexander J. Seiler inszenierte im gleichen Jahr Auf weissem Grund und Fredi M. Murer realisierte 1963 mit Der gefallene Turm von Pisa seinen ersten Film.

Zu den jungen Regisseuren dieser Zeit gehört auch Peter von Gunten dessen Filmkarriere mit dem Kurzfilm Blumengedicht aus dem Jahr 1968 begann. Er arbeitete häufig mit der Gruppe AKS bestehend aus Urs Aebersold, Clemens Klopfenstein und Philip Schaad zusammen. Seine Filme gehören zu dem Genre des Avantgarde- und Experimentalfilms an. Ferner erfuhr auch der schweizerische Dokumentarfilm eine neue Blüte unter den Regisseuren wie Fredi M. Murer, Alexander J. Seiler oder Richard Dindo. Filme wie Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S. (1976) und Dani, Michi, Renato und Max (1987) gelten als bekannte Stellvertreter des Genres.

Zu den bekanntesten Filmen des Jungen Schweizer Films gehört auch das Filmdrama Jonas, der im Jahr 2000 25 Jahre alt sein wird, dass unter der Regie von Alain Tanner entstanden ist. Der Film erzählt die Geschichte von acht Männern und Frauen im Alter um die 30, die sich von der 68er-Bewegung mehr verprochen haben und sich auf einem Bauernhof zurückziehen. Als eine Frau mit Jonas schwanger wird, glauben sie alle das er ihre Wünsche aus der 68er-Bewegung einlösen wird.

Kinoplakat zu The Ring Thing

Das Genfer Fernsehen bot dem jungen schweizer Film eine Plattform für die jungen Regisseure und so entstanden zahlreiche Fernsehfilme wie beispielsweise La salamandre (1971), Les années lumière (1981), Michel Soutters Les arpenteurs (1972) und Claude Gorettas Pas si méchant que ça (1975). Währenddessen entstanden auch zahlreiche Märchenfilme für den DRS Beispiele sind König Drosselbart (1976), Frau Holle (1977) oder Die Gänsemagd (1977) unter der Regie von Rudolf Jugert. Auch die internationale Fernsehproduktion Quo Vadis? konnte zahlreiche Zuschauer verbuchen.

1986 konnte der schweizerische Film Höhenfeuer von Fredi M. Murer internationale Anerkennung finden. Die bekannteste und eindringlichste Vergangenheitsbewältigung der Schweiz gelang 1981 mit der schweizerisch-österreichisch-westdeutschen Gemeinschaftsproduktion Das Boot ist voll. Der Titel spielt auf die restriktive Schweizer Asylpolitik im Zweiten Weltkrieg an. Markus Imhoof inszenierte konsequent mit einem ausgezeichneten Schauspieler-Ensemble um Tina Engel und Curt Bois und trug zum Erfolg des Films, der unter anderem für den Oscar als „bester fremdsprachiger Film“ nominiert wurde, wesentlich bei.

1996 zeigte der Dokumentarfilm Mikrokosmos – Das Volk der Gräser das Leben von Bienen, Marienkäfern, Schnecken, Spinnen, Ameisen und Mücken aus nächster Nähe. Der Film entstand als Koproduktion der Länder Frankreich, Schweiz, Italien. Einer der bedeutendsten Schweizer Regisseure der Gegenwart ist Urs Egger, der mit Produktionen wie Opernball (Ö/D 1998) und Die Rückkehr des Tanzlehrers (D/Ö 2003) für Aufsehen und Erfolge sorgte, und auch bereits einige Auszeichnungen erhalten hat.

Im Jahr 2004 sorgte die Filmparodie The Ring Thing auf Herr der Ringe für klingelnde Kinokassen. Der Film wurde als Low-Budget-Produktion produziert und sorgte für einen Überraschungshit des Schweizer Kinos.

Für das schweizerische Kino gilt das Jahr 2006 als erfolgreichstes Jahr seit Jahrzehnten, da hier ein Marktanteil von 9,5 % auf dem Heimmarkt erwirtschaftet werden konnte. Der schweizerische Fernsehfilm beteiligt sich seit 2011 an der Tatort-Filmreihe der ARD und konnte einige Quotenerfolge für sich verbuchen. Der Film The Making of Jesus Christ aus dem Jahr 2013 geht auf Spurensuche nach Jesus Christus und ist damit ein relativ junger Vertreter des schweizerischen Films.

In welche Richtung der schweizerische Film sich weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D10468.php
  2. http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html#a4
  3. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D10468.php
  4. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 663.
  5. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D9173.php
  6. http://www.filmportal.de/institution/schweizer-schul-und-volkskino-ssvk-bern_a0de8f197d304d4697bd6d97d19fdec2
  7. http://www.cine-bulletin.ch/archives/index.php?lang=d&article=360010D
  8. http://www.filmportal.de/person/august-kern_f14bd44bdeea41dfbb9b79d25cfd172a
  9. Hervé Dumont: Rise & Fall of the Legendary Swiss Film Company: Praesens Film. Emil Berna, Lazar Wechsler, Paul Hubschmid…. Übersetzung von John O’Brien, Zürich 1991.
  10. Hervé Dumont. Geschichte des Schweizer Films. Lausanne 1987. S. 137.
  11. Im Taktschritt in die "Neue Zeit": Ein Schweizer Filmkonzern im Dritten Reich. Basler Zeitung vom 4. Mai 1991
  12. http://www.cinegraph.de/etc/ateliers/tempelhof.html
  13. Bordwell, David (1993), The Cinema of Eisenstein, Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, ISBN 978-0-674-13138-5
  14. http://www.imdb.com/title/tt0136963/fullcredits?ref_=tt_ov_st_sm
  15. Bordwell, David (1993), The Cinema of Eisenstein, Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, ISBN 978-0-674-13138-5
  16. Stefan Länzlinger, Thomas Schärer: Stellen wir diese Waffe in unseren Dienst. Film und Arbeiterbewegung in der Schweiz. Chronos Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-0340-0971-3.
  17. Peter Michael Keller, Cabaret Cornichon: Geschichte einer nationalen Bühne
  18. http://de.memoriav.ch/dokument/Sortiedulabo/sdl_hintergr%C3%BCnde_f%C3%BCsilierwipf.pdf Peter Neumann, Der historische Hintergrund zum Film «Füsilier Wipf»
  19. http://de.memoriav.ch/dokument/Sortiedulabo/sdl_hintergr%C3%BCnde_f%C3%BCsilierwipf.pdf Peter Neumann, Der historische Hintergrund zum Film «Füsilier Wipf»
  20. http://swisscharts.com/song/Geschwister-Schmid-&-Teddy-Stauffer%27s-Original-Teddies/S%27Margritli-Lied-724143
  21. http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?sucheNach=titel&wert=56513
  22. Oscarverleihung 1946
  23. http://www.swr.de/drama-am-gipfel/die-filme/heidi/-/id=12374286/did=12377560/nid=12374286/10a05q8/index.html
  24. http://www.imdb.com/title/tt0044696/
  25. Thomas Hostettler: Franz Schnyder. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 3. Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1626 f.
  26. Die James-Bond-Filme
  27. http://www.film-zeit.de/Person/5989/JeanLuc-Godard/Biographie/