Sebastian Kneipp – Ein großes Leben

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Filmdaten
Originaltitel Sebastian Kneipp – Ein großes Leben
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Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 117 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Wolfgang Liebeneiner
Drehbuch Erna Fentsch
Produktion Österreichische Film GmbH (Öfa)
Musik Heinz Sandauer
Kamera Walter Partsch
Schnitt Heinz Haber
Besetzung

Sebastian Kneipp – Ein großes Leben (Verleihtitel in Deutschland: Sebastian Kneipp – Der Wasserdoktor) ist eine österreichische Filmbiografie aus dem Jahr 1958 über das Leben des bayerischen Priesters Sebastian Kneipp.

Handlung[Bearbeiten]

 
Diese Szene diente dem Film als Vorbild für die Rücktrittserklärung von Sebastian Kneipp
 
Paul Hörbiger spielte den Erzherzog

Erzherzog Joseph von Österreich-Ungarn wird während des Abendessens von einem Ischias-Anfall heimgesucht, aus diesem Grund rät ihm seine Tochter Aglaya nach Bad Wörishofen zu reisen, um dort Priester Sebastian Kneipp zu besuchen. Dieser soll ihn untersuchen und ihn von seinem Leiden befreien. Der Priester lebt im Kloster von Bad Wörishofen und hat sich dort eine Klinik und ein Kinderhospital aufgebaut. Dementsprechend ist seine Praxis vollgefüllt mit zahlreichen Patienten. Der Erzherzog versucht zu Keipp vorzudringen und wird von diesem regelrecht abgewiesen, er soll zur Abendsprechstunde erscheinen. Der Erzherzog reagiert empört das er mit ihm wie mit jedem anderen Patienten umgeht. Während dessen entwickelt sich zwischen Aglaya und Kneipps Assistenten Hans von Faber eine Romanze. Er studiert eigentlich noch Medizin bei Professor Ziemssen, der alles versucht um Kneipp lächerlich zu machen.

An diesem Abend trifft junge italienische Frau ein, die an Lupus erkrankt ist. Die ängstlichen Bewohner des Dorfes wollen verhindern, dass sie von Kneipp untersucht wird und Erzherzog Joseph versucht ihr beizustehen. Allerdings kann er nichts ausrichten, allerdings gelingt es Sebastian Kneipp sie in seinem Krankenhaus aufzunehmen. Dort untersucht er sie und versucht sie zu heilen. Kurz darauf tritt Erzherzog Joseph seine Wasserkur an und fühlt sich nach kürzester Zeit um 20 Jahre jünger.

Allerdings wird Kneipp durch die Presse angegriffen und von von einem seiner Gegner wegen Gefährdung der Volksgesundheit angezeigt. Als der Erzherzog diesen Artikel über ihn liest, bietet er ihm sofort seine Hilfe an. Eine weitere Folge dieses Artikels ist, dass die italenische Frau die an Lupus erkrankt ist, einen erfolglosen Selbstmordversuch begeht. Kurz darauf wird von er von Dr. Schmidt und dem Dorfapotheker zu einer Frau gerufen, die im Sterben liegt. Er soll ihr die letzte Ölung geben, allerdings erkennt Sebastian Kneipp sofort was er tun kann, um sie zu retten. Er rettet sie und gibt ihrem Ehemann etwas Geld.

Kurz darauf stirbt allerdings sein neunjähriger Patient Gaston, der zu ihm als Leukämiefall kam. Hierbei muss Sebastian Kneipp erkennen, dass er doch Grenzen besitzt. Er verkündigt kurz darauf seinen Rücktritt als Arzt und möchte sich nur noch auf seine Seelsorgerischen Aufgaben beschränken. Es kommt schließlich zu einer Petition bei dem über 800 Menschen unterschreiben und ihn bitten, nicht aufzugeben.

Schließlich soll sich Sebastian Kneipp vor dem weltlichen Gericht verantworten und wird mit der Hilfe des Erzherzoges und seiner zufriedenen Patienten freigesprochen. Allerdings ist Sebastian Kneipp sehr bedrückt, da nach Rom muss und sich dort ebenfalls dem geistlichen Gericht stellen muss. Der Erzherzog versucht für ihn ein gutes Wort einzulegen, allerdings wird er abgewiesen.

Sebastian Kneipp wird abends zu einem hohen Geistlichen gerufen, mit der einige Stationen seines Lebens erörtert. Er war selbst krank und hat die Wasserkur in einem Buch wiederentdeckt und sich selbst geheilt. Er versuchte Latein zu erlernen, allerdings fehlte ihm das Geld und wurde im Alter von 50 Jahren Priester. Dort diente er den Menschen auch als Arzt. Der Geistliche möchte einen Ratschlag, wie er besser schlafen kann und erhält ihn von Sebastian Kneipp. Am nächsten Morgen trifft er auf den Geistlichen wieder, es handelt sich hierbei um Papst Leo XIII. der ihn den Titel eines Monsignore verleiht und ihn bittet mit seiner Tätigkeit als Arzt mit dem Segen der Kirche weiterzumachen.

Sebastian Anton Kneipp[Bearbeiten]

 
Bilder zur Kneippkur

Sebastian Anton Kneipp (* 17. Mai 1821 in Stephansried; † 17. Juni 1897 in Wörishofen) war ein bayerischer Priester und Hydrotherapeut. Nach ihm wurde die Kneipp-Medizin und die Wasserkur mit Wassertreten benannt.

1844 besuchte er im Alter von 23 Jahren das Gymnasium und studierte später Theologie. 1849 erkrankte er an Tuberkulose und entdeckte das Buch Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers von Johann Siegmund Hahn. Am 6. August 1852 wurde er zum Priester geweiht, drei Jahre später wurde zum Kaplan ernannt. Die erste Anzeige kam im Februar 1853 wegen Kurpfuscherei weil er eine cholerakranke Magd mit heißen Wickeln behandelt hatte. Er musste zwei Gulden Strafe bezahlen und stellte dem Richter eine Kuranweisung gegen Gicht aus. Im Mai 1855 kam er ins Kloster Wörishofen und veränderte dort das Leben des beschaulichen Dorfes, das zu einem Kurort wurde.

1893 wurde Kneipp von Papst Leo XIII. zum Päpstlichen Geheimkämmerer ernannt. Im darauf folgenden Jahr reiste er nach Rom und erhielt eine Audienz beim Papst. Ab dem 1894 zeigte er erste Anzeichen von Schwäche, er starb schließlich am 17. Juni 1897 in Wörishofen an den Folgen eines Tumors, da er sich nur mit seiner Wasserkur behandelt hatte. Es gab zahlreiche Ärzte die versuchten sein Leben zu retten, allerdings lehnte er dieses Anliegen ab.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der Film schildert die Erfolge seiner Wasserheilmethoden, seine Anfeindungen durch die Schulmedizin und seine Rehabilitierung durch Papst Leo XIII. Erbauliche Unterhaltung: naiv, betont volkstümlich und in der Hauptrolle gewinnend gespielt.“

Einzelnachweis[Bearbeiten]

Literatur zu Sebastian Kneipp[Bearbeiten]

  • Alfred Brauchle: Der zweite Höhepunkt in der Entwicklung der Wasserheilkunde und ein nicht minder großer Erfolg. der Pfarrer Sebastian Kneipp. der Volksgesundheitslehrer. In: derselbe: Geschichte der Naturheilkunde in Lebensbildern. 2. erw. Aufl. von Große Naturärzte. Reclam Verlag, Stuttgart 1951, S. 133-157
  • [1] Betz, Isa-Maria: Wörishofen wird Weltbad, Dr. Alfred Baumgarten 1862-1924, Anton H. Konrad Verlag, 2011, ISBN 978-3-87437-476-7.
  • Eugen Ortner: Sebastian Kneipp – Seine Lebensgeschichte, Ehrenwirth Verlag, 12. Auflage 1994, ISBN 3-431-02659-1.
  • Otto Gerhard Prokop: Sebastian Kneipp, der große „Naturarzt“ und die zugehörigen Realitäten in: Grenzen der Toleranz in der Medizin. Verlag Gesundheit, Berlin 1989, ISBN 3-333-00487-9.
  • Antonie Mayer: Die Kneipp-Familie, C. A. Starke-Verlag, Limburg/Lahn 2009, ISBN 978-3-7980-0582-2.
  • Harald Klofat: Idee, Überzeugung und Lehre. Sebastian Kneipp - die Wörishofer Jahre. Franz Brack Verlag, Altusried 2009, ISBN 3-930323-82-6.
  • Eckart Roloff: Sebastian Kneipp: Durch fünf Säulen zum Gesundheitsapostel für Leib und Seele. In: Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker. Wiley-VCH, Weinheim 2010, S. 235 - 253 (mit Hinweisen auf Erinnerungsstätten, Denkmäler, Museen, Verbände, Straßen, Preise, Medaillen u. ä.), ISBN 978-3-527-32578-8. 2. aktualisierte Ausgabe 2012 (Paperback) ISBN 978-3-527-32864-2

Weblinks[Bearbeiten]