The Room (2003)

Aus Film-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel The Room
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 99 Minuten
Stab
Regie Tommy Wiseau
Drehbuch Tommy Wiseau
Produktion Tommy Wiseau
Musik Mladen Milicevic
Kamera Todd Barron
Schnitt Eric Chase
Besetzung

The Room ist ein US-amerikanisches Drama des Filmjahres 2003 von und mit Tommy Wiseau. Der Film wird von einigen Filmkritikern als schlechtester Film aller Zeiten bezeichnet, jedoch bei Trashfilm-Fans hat dieser Film Kultstatus.[1][2]

Handlung[Bearbeiten]

Tommy Wiseau als Johnny auf einem Publicityfoto

Der Bankangestellte Johnny lebt zusammen mit seiner Freundin Lisa in einem Luxusapartment, ist glücklich und zufrieden. Johnny beabsichtigt, seine Freundin in einen Monat heiraten und sein Glück wird durch den Jugendlichen Denny, den er wie einen Sohn behandelt, komplettiert. Doch dieser hat sich ebenfalls in Lisa verliebt und will sie immer wieder küssen. Johnnys bester Freund Mark hingegen ist Single und fühlt sich nicht so ganz glücklich.

Nach einer siebenjährigen Beziehung beginnt Lisa sich zu langweilen, da sie meint, dass Johnny sie zu sehr auf Händen trägt. Lisas Mutter Claudette möchte ihre Tochter versorgt wissen und redet auf sie regelmäßig ein, Johnny nicht zu verlassen. Diese Langeweile hofft sie mit einer Affäre auszugleichen, hierfür hat sie sich den attraktiven Mark ausgesucht, mit dem sie auch ins Bett geht. Kurz danach beginnt Mark die Affäre in Zweifel zu ziehen und fühlt sich wie ein Verräter. Am gleichen Abend kommt Johnny nach Hause, ist völlig deprimiert, da er eine erhoffte Promotion nicht erhalten hat und betrinkt sich mit seiner Freundin. (Hierbei soll er sie geschlagen haben, was im Film selbst nicht zu sehen ist, sondern immer wieder angedeutet wird.)

Kurz darauf wird Denny von einem Drogendealer mit dem Namen Chris-R angegriffen und mit der Pistole bedroht. Johnny und Mark kommen gerade noch rechtzeitig und können dessen Leben retten. Daraufhin wird Chris-R zur Polizei gebracht und Denny muss versprechen, nicht mehr mit Drogen zu dealen.

Die Affäre zwischen Lisa und Mark entwickelt sich weiter und Lisa entpuppt sich als eiskalte Frau. Lisa liebt Mark, während sie Johnny nun als abstoßend empfindet. Trotzdem bleibt sie bei diesem, richtet für sogar dessen Geburtstagsfeier aus, auf der Johnny Lisas Affäre mit Mark erkennt; so bricht er die Party ab und prügelt sich mit seinem besten Freund. Johnny schließt sich schließlich ins Badezimmer ein und hört von dort aus ein Telefonat mit, dass Lisa mit Mark führt: Diese will ihn mit seinem Freund verlassen und als Johnny sie deswegen zur Rede stellen möchte, verlässt sie die gemeinsame Wohnung und geht zu Mark. Der gehörnte Johnny beginnt seine eigene Wohnung zu demolieren, öffnet ein Kästchen, in dem sich eine Pistole befindet und erschießt sich durch einen Schuss in den Mund. Lisa und Mark hören von draußen den Schuss und finden seine Leiche. Während Lisa mit Mark eine enge Beziehung aufbauen möchte, findet dieser sie nun abstoßend und stößt sie von sich. Auch der hinzukommende Denny betrachtet Johnnys Leiche mit Entsetzen und trauert um seinen Freund, indes von weitem Sirenen ertönen, welche die Rettungskräfte und die Polizei ankündigen.

Logikfehler und Handlungsstränge, die im Film nicht weitergeführt werden[Bearbeiten]

Greg Sestero verkörperte die Rolle von Mark

Der Film enthält zahlreiche Logik- und Anschlußfehler, die teilweise ganze Handlungsstränge in eine Sackgasse führen.

Ein sehr markantes Beispiel hierfür findet sich am Anfang des Films, bei dem Johnny für seine Freundin rote Rosen kauft und von der Verkäuferin nicht erkannt wird, obwohl er laut ihrer Aussage deren Lieblingskunde ist.[3]

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist, das Claudette eher beiläufig und völlig unerwartet gegenüber ihrer Tochter Lisa erwähnt, dass sie Brustkrebs habe und ihre Tochter nur die Antwort darauf findet, dass alles gut würde. Danach hat dieser Handlungsstrang keine Bedeutung mehr für den Film.[4]

Eine weitere Szene, die keine reale Bedeutung für den Film besitzt, ist auch die im Artikel beschriebene Szene mit dem Drogendealer und eines Footballspielers, die im Smoking durchgeführt wird. Bei der Geburtstagsfeier redet auf Lisa einem, dem Publikum unbekannten, Partygast ein, der von ihr fordert, sie solle Johnny nicht betrügen.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Komponist Mladen Milicevic im Studio

Der Film wurde ursprünglich von Tommy Wiseau 2001 als Theaterstück geschrieben; doch dieser überarbeitete dieses Stück nochmals zu einem 500-seitigen Roman, den er jedoch nicht veröffentlichen konnte.[5][6]

Hieraus entstand die Idee, das Buch filmisch umzusetzen. Die Finanzierung des Films mit, einem Budget von 6 Millionen US-Dollar, wurde laut Eigenaussage des Autors durch den Import von koreanischen Lederjacken ermöglicht.[7] Der Film verschlang sein gesamtes Budget, da viele Schauspieler und Crew-Mitglieder im Laufe der Dreharbeiten ausgetauscht werden mussten und dass jeder der Schauspieler eine Reihe von Ersatz-Darstellern hatte.[8]

Die Filmaufnahmen entstanden in den Studios der Produktionsfirma Birns and Sawyer, wo auch eine neue Filmkamera für die Dreharbeiten eingesetzt wurde.[9]

In Interviews behauptet der Regisseur, dass er Tausende Bewerber für den Film abgelehnt habe und die meisten Darsteller hatten wenig bis keine Filmerfahrung.[10]

Musik[Bearbeiten]

Die Filmmusik wurde von Mladen Milicevic geschrieben, einem Musikprofessor an der Loyola Marymount University. Der Soundtrack beinhaltet vier romantische Slow-Jam-Stücke, die auch während vier der fünf Sexszenen des Films laufen. Während einer Oralsex-Szene zwischen Michelle und Mike wird nur Instrumentalmusik gespielt.

Computerspiel[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 veröffentlichte das Unternehmen Newgrounds ein gleichnamiges Flashspiel im 16-Bit-Stil.

Deutsche Veröffentlichung[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2016 fand keine Veröffentlichung mit deutscher Synchronisation des Films statt, allerdings sprach Oliver Kalkofe in einem Interview bei der 175. Sendung Fernsehkritik-TV davon, dass Tele 5 prüft, ob der Film sich mit seinen schlechten Dialogen überhaupt noch in „schlecht“ synchronisieren liesse und er dann für die Sendung SchleFaZ verwendet werden könne.[11]

Kritiken[Bearbeiten]

Die Süddeutsche schreibt über diesen Film:

„Alles ist schiefgelaufen in diesem Film. ‚The Room‘ hat die miesesten Schauspieler, die schlimmsten Dialoge, die übelste Aussprache, die haarsträubendsten Continuity-Fehler. Jetzt wird der Film zehn Jahre alt – und ist unbestritten: Kult! [12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Graff: The Room: Schlechtester Film aller Zeiten. In: Süddeutsche Zeitung, 28. Mai 2013. Abgerufen am 5. Dezember 2013. 
  2. Clark Collis: 'The Room': Worst movie ever? Don't tell that to its suddenly in-demand star.. In: Entertainment Weekly. 30. Dezember 2008. Abgerufen am 23. November 2009.
  3. The Room, Szene des Blumenverkaufs
  4. The Room, Szene mit dem Mutter und Tochtergespräch
  5. Shatkin, Elina: LAist Interviews Tommy Eiseau, The Face Behind The Billboard. In: LAist, 27. April 2007. Abgerufen am 12. Juli 2013. 
  6. Tommy Wiseau: The Complete Interview(s). In: The Portland Mercury, 13. August 2009. Abgerufen am 12. Juli 2013. 
  7. Clark Collie: The Crazy Cult of 'The Room'. In: Entertainment Weekly. 12. Dezember 2008. Abgerufen am 31. Juli 2011.
  8. http://www.avclub.com/article/tommy-wiseau-29598
  9. Conor Lastowka: RiffTrax Interview with The Room’s Greg Ellery. In: Rifftrax. 12. Juni 2009. Abgerufen am 12. Juli 2013.
  10. The Room DVD Bonus features: The Making of The Room
  11. http://fernsehkritik.tv/folge-175/
  12. http://www.sueddeutsche.de/kultur/schlechtester-film-aller-zeiten-wie-eine-atombombe-die-jeden-moment-explodiert-1.1680571